Postbus streicht vier Prozent seines Angebots
Die ÖBB-Postbus GmbH wird in der Steiermark ab September rund 600.000 von rund 18 Millionen Kilometer streichen. Betroffen seien in erster Linie Parallelführungen und zeitnahe Buskurse, hieß es seitens des Unternehmens.

Foto © SCHERIAU Die Steirische Pendlerinitiative fürchtet, dass es auf vielen Postbus-Linien zu Verschlechterungen kommt
Protest kam am Freitag von der Steirischen Pendlerinitiative, die von einem "Skandal" spricht: Zusammen mit zu Jahresbeginn erfolgten Einsparungen komme man auf fast eine Million Kilometer oder 5,3 Prozent weniger.
"Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Gegebenheiten, der schlechten Auslastung von einzelnen Kursen und teilweise nicht ausreichenden Leistungsbestellungen sind ab Schulbeginn im September 2012 Optimierungen notwendig", begründete die ÖBB-Postbus die Maßnahme. Man sei so vorgegangen, dass möglichst wenige Kunden von den Anpassungen betroffen seien. Auch im Schülerverkehr gebe es kaum Einschränkungen, es änderten sich lediglich die Wartezeiten.
Sinkende Schülerzahlen
Als Beispiel für die Auflassung von Parallelverkehren nannte das Postbus-Management die Strecke Peggau-Deutschfeistritz - Übelbach, wo die Steiermärkischen Landesbahnen seit kurzem moderne Triebwagen im Taktverkehr einsetzen. Auch die stark sinkenden Schülerzahlen seien ein Grund für Anpassungen. Parallel würde nämlich auch die Abgeltung der Schülerfreifahrten von Jahr zu Jahr geringer, die Deckung des bisherigen Angebots sei nicht mehr ausreichend. "Die Anpassungen sind auch notwendig, um die wirtschaftliche Situation des gesamten Bussystems zu stabilisieren um damit letztlich noch größere Einschnitte im Angebot zu vermeiden", fasste Regionalmanager Helmut Starzer zusammen.
Die Steirische Pendlerinitiative hingegen fürchtet, dass es auf vielen Postbus-Linien zu Verschlechterungen kommt. "Waren es beim Fahrplanwechsel im Dezember nur Reduzierungen an schulfreien Tagen, so wird es ab September auch die Schulkinder treffen", protestierte Obmann Franz Gosch. Bereits zu Jahresbeginn habe die ÖBB-Postbus GmbH ihr Angebot in der Steiermark um 400.000 Kilometer gekürzt. "Dass jetzt auch Schüler drankommen, ist ein Skandal. Da werden Schulen am Land zugesperrt, die Kinder zum Pendeln gezwungen und gleichzeitig werden die Postbus-Kurse gestrichen. Ein Unternehmen, das sich im Besitz der öffentlichen Hand befindet und das den Auftrag hat, eine infrastrukturelle Grundversorgung sicherzustellen, darf nicht so agieren." Gosch, der auch Landesvorsitzender der Christgewerkschafter ist, wies darauf hin, dass das Land jährlich fünf Millionen Euro dazuzahle und dafür immer weniger geliefert bekomme. Weitere Kürzungen mit Fahrplanwechsel 2012 seien zu befürchten. Gosch will nun einen "Postbusgipfel".








