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Zuletzt aktualisiert: 07.10.2012 um 05:54 UhrKommentare

"Dann war auf einmal der Masten da"

Gleitschirmpilot (32) schildert seine spektakuläre Landung auf einem Strommasten am Fuß des Schöckls: "Ich hatte eine Dodelsau." In acht Meter Höhe wartete der 32-Jährige auf seine Rettung.

Mit einem Gurt gesichert wartete Markus M. auf seine Rettung durch die Feuerwehr. Zuvor musste noch der Strom abgeschaltet werden

Foto © FF ST. RADEGUND Mit einem Gurt gesichert wartete Markus M. auf seine Rettung durch die Feuerwehr. Zuvor musste noch der Strom abgeschaltet werden

Am Samstag stand Markus M. bereits wieder auf dem Schöcklgipfel und startete zum nächsten Flug mit seinem Paragleitschirm. "Um das Erlebte gleich zu verarbeiten", erzählt der 32-jährige Kumberger. Das Erlebte? Das war eine unfreiwillige, äußerst spektakuläre Landung auf einem Strommasten tags zuvor (wir berichteten), die der Steirer völlig unverletzt überstanden hatte.

Mitten im Flug sei der Schirm instabil geworden und auf einer Seite eingeklappt, erinnert sich M. Sofort habe sich der Schirm zu drehen begonnen. "Da bleibt nur noch der Griff zum Rettungsschirm." Dieser öffnete sich zwar problemlos, ist für den Piloten aber nicht mehr zu steuern. "Erst dachte ich, ich räume eine der hohen Fichten ab. Da kam ich gerade noch drüber. Aber dann war auf einmal der Masten da", schildert der Kumberger. Geistig machte sich Markus M. schon auf einen Absturz gefasst. Doch der Schirm verfing sich in den Stromleitungen und der Pilot baumelte am Seil direkt zur Querverstrebung des Mastens: "Ich musste nur noch hinaufsteigen."

In acht Meter Höhe wartete der 32-Jährige auf seine Rettung. Die kam durch die Feuerwehr St. Radegund. Zunächst wurde ihm ein Sicherungsgurt hinaufgeseilt. Dann musste er ausharren, bis der Strom abgeschaltet und die Hochspannungsleitung geerdet war. Nach rund einer Stunde hatte M. wieder festen Boden unter den Füßen. "Er hatte gleich dreifach Glück. Es bestand die Gefahr eines Stromschlags, der Kollision mit dem Masten und des Absturzes", erklärt Feuerwehr-Einsatzleiter Wolfgang Rinner.

Auch M., seit fünf Jahren Gleitschirmpilot und schon zweimal Starter beim Dolomitenmann, spricht von einer "Dodelsau": "Wir üben das zwar, aber in so einer Situation kannst du dich nur auf deine Intuition verlassen."

WILFRIED ROMBOLD

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