Biodiesel: Restlverwertung im Tank
Biodiesel wird weltweit ein immer stärker gefragtes Produkt. Die BDI BioEnergy entwickelt neue Technologien.

Foto © BDI Starkes Team: Ahn, Gössler, Heiden-Gasteiner, Hammer, Dielacher
Eine gute Vorlage, würde man im Fußball sagen, war das nicht. In Deutschland hat E-10-Benzin (mit Beimengung von zehn Prozent Bioethanol) Schiffbruch erlitten, zwei Drittel der Autofahrer haben den "Saft" nicht getankt. Der Preis war zu hoch und man befürchtete Schäden am Motor. In Österreich wettern Autofahrerklubs, Arbeiterkammer und selbst Umweltschützer gegen E-10. Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich will E-10 dennoch im Herbst, geplant ist im Oktober, einführen.
Die EU kämpft auch auf anderer Seite. Argentinien überschwemmt Europas Markt mit billigem Biodiesel. Europäische Hersteller fühlen sich in die Enge getrieben.
Für sich als Unternehmen sieht der steirische Erzeuger von Biodieselanlagen, BDI BioEnergy in Grambach bei Graz, keine Probleme. Die Anlagen produzieren Biosprit aus kostengünstigen Reststoffen wie etwa alten Speiseölen. Im ersten Halbjahr 2012 langten weitere Aufträge zum Bau neuer Anlagen ein, etwa der größten Biodieselanlage in Frankreich.
Dennoch ist die internationale Marktlage nicht einfach. Die Geschäftsführung mit Finanzvorstand Dagmar Heiden-Gasteiner, Vertriebschef Edgar Ahn und Technikvorstand Markus Dielacher plant das laufende Jahr als Übergangsjahr, "um das Unternehmen im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung erfolgreich zu positionieren". Die Umsätze erreichten in den ersten sechs Monaten 15,2 Millionen Euro (zuvor 17,4 Millionen), das Ergebnis (Ebit) beträgt 400.000 Euro.
Unterstützt wird die neue Strategie durch die Gründer der BDI, Helmut Gössler, BDI-Großaktionär, und Wilhelm Hammer, BDI-Hauptaktionär. Bis Mitte 2011 hatten sie das Unternehmen als Vorstände geleitet. Künftig will BDI BioEnergy Anlagen für Biodiesel und Biogas liefern und Komplettanbieter komplexer industrieller Green-Tech-Lösungen werden. Auf BioCrack wird großes Augenmerk gelegt, das Projekt wird mit der OMV durchgeführt. Eine Pilotanlage in Schwechat erzeugt aus fester Biomasse wie Hackschnitzeln oder Stroh direkt in der Raffinerie Dieselkraftstoff.
BDI beschäftigt derzeit rund 140 Mitarbeiter.










