Plastikattrappe statt Nashorn-Horn
Am Donnerstag mussten sich in Oberösterreich vier Polen (30, 25, 20, 23) wegen teils versuchten, teils gewerbsmäßigen schweren Diebstahls verantworten. Gegenstand des Prozesses waren der Diebstahl von zwei Rhinozeros-Hörnern (Wert: 170.000 Euro). Ein Coup schlug fehl.

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LINZ, GRAZ. Es passiert nicht oft, dass sich das Opfer eines dreisten Diebstahls das Lachen kaum verkneifen kann. Doch der Fall des obersteirischen Gastwirts (55) ist zweifelsfrei erheiternd: Anfang März drangen Einbrecher in sein Gasthaus in Weißkirchen ein und stahlen einen Nashornkopf. Kurz darauf wurde er in einem Straßengraben wiedergefunden - jedoch ohne Horn.
Das Pech für die Ganoven: Das vermeintlich wertvolle Nashorn-Horn war eine Plastikattrappe, die der Gastwirt bei einem Präparator hatte anfertigen lassen. Den hornlosen Kopf hatte der passionierte Jäger zuvor bei einem Trödler erworben.
Am Donnerstag mussten sich in Oberösterreich vier Polen (30, 25, 20, 23) wegen teils versuchten, teils gewerbsmäßigen schweren Diebstahls verantworten. Gegenstand des Prozesses waren der Diebstahl von zwei Rhinozeros-Hörnern (Wert: 170.000 Euro) aus der Burg Rastenberg im Waldviertel (Niederösterreich) im August 2011 und der versuchte Diebstahl eines Nashornkopfes am 6. März. Bei der Festnahme fand man bei den Männern auch eine Kamera mit Bildern des steirischen Horns.
Der Erstangeklagte (23) wurde zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die übrigen erhielten drei Jahre, zwei Jahre und 15 Monate. Mildernd ausgewirkt hatten sich die Geständnisse.
Der Erstbeschuldigte gab an, dass sein Boss in Deutschland ihm als "Job" angeboten habe, er solle Nashorn-Hörner besorgen, was er zunächst ablehnte. Nach weiteren Anrufen nahm er doch an.
Das Pulver zermahlener Rhino-Hörner gilt in Asien als Potenz- und Heilmittel. Für 100 Gramm gemahlenes Horn werden bis zu 2000 Euro gezahlt.













