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    Zuletzt aktualisiert: 06.05.2012 um 07:26 UhrKommentare

    Wenn der GIS-Mann klopft und klingelt

    Ab Juni werden in Österreich die Rundfunkgebühren erhöht. Das Gebühren Info Service (GIS) informiert und kontrolliert die Haushalte. Wir haben einen ihrer Mitarbeiter begleitet.

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    Foto © LEODOLTERDieses Gerät ist schon angemeldet

    Graz-St. Peter. Eine Reihenhaussiedlung. Alexander Hofer (Name geändert) klingelt an einer Tür. In der Hand hält er einen Ausweis. Gebühren Info Service steht darauf. Die GIS steht vor der Tür. Stille. Dann ein Rascheln. Oder war es nur Einbildung? Hofer klopft noch einmal. Nichts rührt sich.

    Seit rund einer Stunde ist er schon unterwegs. Noch hat ihm keiner geöffnet. Auch wenn der eine oder andere wohl zu Hause war. So kommt er nochmals, am Abend, vielleicht an einem anderen Tag. Er orientiert sich an einer Liste, auf der vermerkt ist, welcher Haushalt die Rundfunkgebühr schon bezahlt. Er vergleicht sie mit den Namen auf den Türschildern und Postkästen. Wohnt hinter einer Haustür noch kein GIS-Kunde, klingelt es.

    Kunde? Seit knapp einem Jahrzehnt steht das "I" im Firmenkürzel für Info statt Inkasso. So versteht sich die GIS heute auch als Dienstleistungsunternehmen. Der GIS-Mitarbeiter: "Ich will niemanden bestrafen. Ich komme zu den Kunden, informiere sie auch über Befreiungsmöglichkeiten und nehme bei Änderungen Aufwand ab." Dennoch wird er als freier Dienstnehmer pro Anmeldung bezahlt. Rund 800 bis 1000 davon nimmt er pro Jahr vor.

    Hofer ist 30 Jahre alt und einer von 17 GIS-Außendienstmitarbeitern der Steiermark. Den Job macht er seit elf Jahren. Gleich nach der Matura heuerte er beim damals frisch privatisierten Unternehmen an, das heute ein 100-prozentiges ORF-Tochterunternehmen ist. Auch wenn er als freier Dienstnehmer kein Fixum bezieht, sogar Sprit und Parkgebühren selbst bezahlen muss, sagt er: "Ich liebe die Selbstständigkeit an diesem Job." Die freie Zeiteinteilung erlaubte ihm, nebenbei zwei Studien abzuschließen. Vorgegeben ist bei ihm nur das Gebiet, in seinem Fall ein Teil von Graz und zwischen Übelbach und Wald am Schoberpass.

    Erfolg der GIS

    "In den letzten zehn Jahren konnte der Anteil der Nicht-Kunden von 16 Prozent auf zwei bis drei Prozent gesenkt werden. Das entspricht etwa 140.000 Haushalten", erklärt GIS-Pressesprecher Herbert Denk. Neben den Außendienstmitarbeitern ist das der eigenen Rechtsabteilung zuzuschreiben. Das Rundfunkgebührengesetz erlaubt es, den bestehenden Kundenstand der GIS mit den Meldedaten abzugleichen. Ins Reich der Märchen gehört allerdings das Gerücht eines Kontrollwagens mit Peilsendern.

    Auch Hofer kommt mit der Rechtsabteilung in Berührung. Zum Beispiel, "wenn ich eindeutig einen Fernseher höre, mir aber nicht geöffnet wird". In weiterer Folge kann die Bezirksverwaltungsbehörde eingeschaltet werden und Verwaltungsstrafen bis zu 2180 Euro verhängen. Das geschehe aber selten.

    Endlich öffnet sich eine Tür. Ein kleiner Junge sieht den GIS-Mitarbeiter fragend an, holt seinen Vater. Nein, Fernseher habe man keinen, auch kein Radio. Der Mann erlaubt Hofer, sich selbst davon zu überzeugen. Ein gesetzliches Zutrittsrecht hat er aber nicht. In diesem Haushalt gibt es tatsächlich nur einen Computer mit Internetanschluss.

    Vor Jahrzehnten diskutierte man darüber, ob Gebührenpflicht für das Autoradio in Ordnung ist, heute ringt man bei den Neuen Medien (Handys, Internet) um Lösungen. "Wenn man über das Internet Radio hört, ist eine Radiogebühr zu entrichten", so Denk. Eine TV-Gebühr wäre nur fällig, wenn der PC mit entsprechender Hardware fernsehtauglich gemacht wird. "Online die ORF-Mediathek zu besuchen, ist rechtlich kein Fernsehen."

    Hofer weist den Mann an der Tür darauf hin, dass eine Radiogebühr fällig wäre. Er belässt es aber bei einer Empfehlung: "Ich kann nicht nachweisen, dass er Internetradio hört." An anderer Stelle wurde ein Problem der Nachweisbarkeit bereinigt. 2008 entschied der Verwaltungsgerichtshof, dass Rundfunkgebühren nur dann bezahlt werden müssen, wenn die beiden ORF-Fernseh- und die vier ORF-Radioprogramme empfangen werden. Das Gesetz wurde daraufhin adaptiert: Seit Jänner 2012 verpflichtet allein der Besitz eines Rundfunkgeräts in einem ORF-Empfangsgebiet zur Zahlung.

    Für die Erhöhung der Rundfunkgebühr (siehe rechts) kann die GIS allerdings nichts. "Die eine oder andere Beschimpfung bekommt man trotzdem ab", erzählt Hofer. Auch die Diskussionen mit "gescheiten Studenten" oder mit Menschen, "die mit dem ORF-Programm nicht zufrieden sind", seien mühsam. Am anstrengendsten sei der Job aber dann, wenn er kaum Kundenkontakte habe. So wie heute. "Doch am Abend wird es besser sein."

    THOMAS KUHELNIK

    Mit 1. Juni wird TV und Radio teurer

    Ab 1. Juni wird das ORF-Programmentgelt, das Teil der Rundfunkgebühr ist, um sieben Prozent erhöht. Insgesamt haben die steirischen Rundfunkempfänger damit monatlich 25,18 Euro statt bisher 23,71 Euro für TV und Radio zu bezahlen. Der ORF-Anteil dabei beträgt netto 16,16 Euro. Besitzt man ausschließlich ein Radio, zahlt man insgesamt 7,28 Euro.

    Neben dem staatlichen Rundfunk bekommen Bund und Länder Anteile der Rundfunkgebühren. Der Länderanteil variiert je nach Bundesland. Während die Oberösterreicher und Vorarlberger keine Landesabgabe berappen müssen, ist es in der Steiermark mit 5,40 Euro am teuersten. Mit dieser Abgabe werden die steirischen Landesmuseen erhalten und der Kulturbetrieb gefördert.

    Schon im heurigen Jahr wird der ORF durch die Erhöhung Mehreinnahmen von 21 Millionen Euro verbuchen. Da aber auch der Staat spart und die Bundessubvention für den ORF um 20 Millionen gekürzt wird, ergibt sich beinahe ein Nullsummenspiel. Die letzte Erhöhung der Gebühr gab es 2008.

    Nähere Informationen zur Rundfunkgebühr gibt es im Internet unter http://www.gis.at oder unter der Service-Hotline 0810 00 10 80.

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