Sandra und Johann Peham

Kleine Gemeinde, großes Vorbild

Mit der "Essbaren Gemeinde" holten sich Sandra und Johann Peham aus Übelbach den Titel.

© KLZ / Kanizaj
 

S ie haben die Initiative "Essbare Gemeinde" heuer gestartet und schon gibt es den ersten Preis. Überrascht?

SANDRA PEHAM: Und wie, es war ja auch kein leichtes Jahr.

JOHANN PEHAM: Wir haben im Mai begonnen, den Marktplatz zu bepflanzen, dann kam der Regen, gefolgt von sieben Wochen Trockenheit.

Was kann man sich unter Ihrem Projekt vorstellen?

JOHANN PEHAM: Die Böschungen werden mit Beerensträuchern besetzt, überall Blühwiesen, Hügelbeete. Die Idee, den öffentlichen Raum den Bürgern zurückzugeben, gibt es aber schon seit Jahren, etwa in der deutschen Stadt Andernach.

SANDRA PEHAM: Wir leben mit dem Anspruch, alles, was wir tun, auf Nachhaltigkeit auszulegen. Wir arbeiten da stark mit dem Agrar-Rebellen Sepp Holzer zusammen, haben auch einen Verein gegründet, perma vitae.

Also Sie wollen eine bessere Art zu leben vermitteln?

JOHANN PEHAM: Nein, wir sagen niemandem, wie er zu leben hat, wir belehren und bekehren nicht. Wir versuchen nur so zu leben, wie wir es für richtig halten, zeigen eine Alternative auf.

Dieses Prinzip gründet sich auf Verzicht?

JOHANN PEHAM: Gar nicht. Wir fahren auch mit dem Auto, wenn es sein muss, denn manchmal hat es ja durchaus Sinn.

SANDRA PEHAM: Wir sind auch weder Vegetarier noch Veganer, wir finden diese Lebensweisen nur bereichernd. Unser Ziel ist es, Alternativen anzubieten. Wer sich dafür interessiert ist willkommen.

Und Übelbach machte da so einfach mit?

SANDRA PEHAM: Wir leben seit eineinhalb Jahren hier und sind begeistert. Der Bürgermeister präsentierte die Idee dem Gemeinderat, die ganze Gemeinde zog mit. Jeder will beweisen: Auch eine kleine Gemeinde kann ein großes Vorbild sein.

Wie geht es 2014 weiter?

SANDRA PEHAM: Wir hatten bereits heuer Busse mit Touristen aus den USA in Übelbach, Seminare sind geplant und eine Nachbargemeinde hat auch großes Interesse bekundet. Ja, wir machen bestimmt weiter.

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