Bauarbeiten zum SpeicherkanalAktivisten besetzten Baustelle an der Mur - Demo geräumt

Dienstagfrüh blockierten Aktivisten im Bereich des Grazer Augartens die Bauarbeiten zum Speicherkanal entlang der Mur. Mit zwei Dutzend Polizisten wurde die nicht angemeldete Demo friedlich geräumt.

Vermummte Aktivisten auf dem Bagger © Alexander Danner
 

Das derzeit in Bau befindliche Grazer Murkraftwerk und der gleichzeitig geplante Bau eines Speicherkanals entlang der Mur sorgen weiterhin für Proteste.

Am Dienstag gegen 8.30 Uhr früh blockierten rund 30 teils vermummte Aktivisten im Bereich des Augartenparkes die vorbereitenden Arbeiten für den Speicherkanal. Dort wird derzeit eine Behelfstrasse entlang der Mur aufgeschüttet, auch einige Bäume wurden bereits umgeschnitten. Wie berichtet kritisieren Umweltschützer die dafür notwendige Fällung von rund 800 Bäumen.

Mit Trommeln und Gesängen machte ein Teil der Aktivisten auf der Augartenbrücke auf sich aufmerksam. Einige weitere besetzten auch einen Bagger und spannten Transparente auf dem Arbeitsgerät sowie an den Bäumen. Die Bauarbeiten mussten für rund eine Stunde unterbrochen werden.

Friedliche Räumung

Gegen 9.30 Uhr rückten rund zwei Dutzend Polizeibeamte an, der Behördenleiter forderte die Demonstranten über ein Megaphon auf, die Baustelle binnen zwei Minuten zu räumen, da es sich "um eine nicht angemeldete bzw. genehmigte Veranstaltung" handle. Schließlich verließen die Aktivisten von Security-Organen begleitet das Murufer.

Auch für die Trommler war bald Schluss Foto © Alexander Danner

Kurz darauf löste die Polizei auch die Trommlergruppe auf der nahen Brücke auf, weil auch diese Versammlung nicht ordnungsgemäß angemeldet worden war. Einige der Aktivisten wurden zur Identitätsfeststellung von der Polizei abgeführt.

Weitere Aktionen angekündigt

„Manchen hier geht es um das Existenzrecht jedes Lebewesens, manchen um die Gesundheit ihrer Kinder, manchen um ihr Recht der Mitbestimmung, manchen um Transparenz und machen einfach nur um ihr verschleudertes Steuergeld“, zitiert das "Murcamp" in einer Aussendung die Beweggründe einer Aktivistin. Die Gruppe kündigte weitere Aktionen des zivilen Ungehorsams an. Auch die Plattform "Rettet die Mur" bleibt aktiv, verteilt Flyer und betreibt Infotische im Augarten. Jeden Donnerstag gibg es um 17.30 Uhr auch eine Frauenmahnwache auf der Hauptbrücke.

Weitere Storys rund um den Bau des Grazer Murkraftwerks >>lesen Sie hier<<

 

Kommentare (11)

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davidchrist
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Pest oder Cholera...

Ich finde es ebenfalls ein Wahnsinn, dass soviel Natur entlang der Mur zerstört wurde, jedoch sollte bzw. muss man sich fragen, was wäre die bessere Alternative gewesen?!

Irgendetwas muss von den Demonstranten bzw. den Besetzern als passend angesehen werden. Die Wasserkraft ist ein naturschonender Weg um neue Energie zu erzeugen und gewährleisten zu können, im Vergleich zu anderen Alternativen.
Aus diesem Grund sehe ich es völlig übertrieben, Demonstrationen, Besetzungen und Krawalle zu erzeugen.

Sie sollten lieber ihre Energie in etwas anders investieren anstatt in kriminelle Handlungen (und ja, das sind strafbare Handlungen)!!!

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Mein Graz
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@david

da die ausbeute bei diesem kraftwerk ziemlich mager ist, dafür aber jede menge natur zerstört werden musste und wir in graz ein 3,7 km langes stehendes gewässer bekommen, dort auch der teuerste strom österreichs erzeugt wird, stellt sich mir die frage nach einer alternative nicht.
ein paar windräder (ich weiß, auch nicht schön), verstärkte förderung von fotovoltaik o.ä. wären um dieses geld leicht möglich gewesen.

fraglich sind für mich lediglich ein paar andere punkte:
- war es tatsächlich eine veranstaltung oder gilt das versammlungsrecht?
- gab es wie du sagst dort tatsächlich krawalle?
- und bei den demonstranten: warum verhüllt ihr euch? das ist tatsächlich rechtswidrig. ihr solltet den mut haben euer gesicht zu zeigen!

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artjom85
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An alle, die auf den "dislike"- Button gedrückt haben:

Wenn Sie einen sich eine Meinung über diesen Kommentar gebildet haben, können Sie doch sicher auch die darin gestellten Fragen beantworten, oder haben
Sie dafür weder den nötigen Mut noch das erforderliche Wissen?
Sollte das der Fall sein informieren Sie sich VORHER - und zwar aus objektiven Quellen.

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Acquario
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Ach wenn der Speicherkanal sowieso gemacht hätte werden müssen -

und das Kraftwerk das unrentabelste alle Zeiten in Österreich ist (es wird uns Jahr für Jahr eine Millione KOSTEN - nix bringen) - es wird gebaut.
Schau ma lieber, daß die Verantwortlichen in ein paar Jahren mit allen juristisch zur Verfügung stehenden Mitteln - mit ihrem privatem Vermögen - zur Verantwortung gezogen werden!

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aktivearbeitslose
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Verfassungswidrige Einschränkung der Versammlungsfreiheit

Schön langsam fällt auf, dass die Polizei in Graz immer wieder österreichisches Verfassungsrecht bricht und friediche Versammlung auflöst! In Österreich steht die Europäische Menschenrechtskonvention im VERFASSUNGSRANG weshalb auch Spontanversammlung verfassungsrechtlich geschützt sind. Hoffentlich machen die Betroffenen eine Massnahmenbeschwerde bzw. Klage bis zum Verfassungsgerichtshof! Gerade im sich Menschenrechtsstadt nennenden Graz sollten grundlegende demokratische Rechte endlich auch von der Polizei geachtet werden! Diese massiven Rechtsbrüche durch die Polizei sollten weiter nicht von der Kleinen Zeitung, die zudem sich "christlichen Werten" verpflichtet hat, verharmlost werden! Gewalt bleibt Gewalt, gerade wenn sie von einem Staat ausgeht, der behauptet, ein "demokratischer Rechtsstaat" zu sein!

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aktivearbeitslose
1
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Zur Klarstellung

gemeint ist in erster Linie die freidlcihe und niemanden Störende Versammlung auf der Berta von Suttner Brücke! Hier gab es überhaupt keinen Grund eine Versammlung aufzulösen!

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alsoalso
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die werden nicht vernünftiger

haben eh die NR-Wahl mit Bomben und Granaten verloren ( 2/3 der Wähler davongelaufen ) sie lernen nichts , nur träumen ...

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Mein Graz
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@also

danke für die info, dass es bei der wahl um die murstaustufe bzw. den speicherkanal gegangen ist.
ist mir wohl entgangen...

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jahcity
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Wer

ist von den Murschützern bei der NR angetreten?

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clawjelly
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Jetzt gehts dem Augarten an den Kragen.

Schade. War mein Lieblingspark in Graz. Hat er jetzt noch den Namen "Au"-garten verdient?

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artjom85
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Hat er jetzt noch den Namen "Garten" verdient?

Dank dem Wurm und Korruptionsmeister im Rathaus wird in Graz wohl auch noch der letzte Quadratmeter Grünfläche unnötig verbaut. Was anderes hat er nie beschließen können - ach ja, außer einer Verminderung von mindestens 25 % der Förderungen im Sozialbereich (an alle FPÖler: da gehört nicht nur das Taschengeld für Flüchtlinge dazu, sondern sondern auch alles, was mit Förderungen für Arbeitslose, körperlich oder geistig Beeinträchtigte, durch finanzielle Umstände förderungswürdige und natürlich für sämtliche Leute im Pensionsalter. In mindestens einem dieser Bereiche werdet ihr zwangläufig selbst inkludiert sein, und wenn ihr denkt dass sich diese Zahl nicht vermehrt: eine Sekunde reicht bereits dafür aus).
Vielleicht lasst ihr euch mal ein bisschen Zeit und überlegt, in wessen Taschen diese ominösen (mind.) 80 Millionen Euro geflossen wären, wenn Nagl nicht andauernd auf solche Schnapsideen kommen würde.

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