Murkraftwerk

Grünen-Chef sagt nicht mehr Nein zu Kraftwerk

Grünen-Chef Lambert Schönleitner kann sich ein Ja zum Grazer Murkraftwerk vorstellen, wenn restliche Mur geschützt wird.

Rund 1200 Gegner des Murkraftwerks Graz demonstrierten am Freitag auf dem Grazer Hauptplatz gegen das Projekt
Rund 1200 Gegner des Murkraftwerks Graz demonstrierten am Freitag auf dem Grazer Hauptplatz gegen das Projekt © Jürgen Fuchs
 

Ein vorsichtiger Schwenk in Sachen Grazer Murkraftwerk bahnt sich bei den Grünen an: Anstatt weiter zu protestieren, solle man eine „für beide Seiten akzeptable Lösung“ anstreben, sagt der Klubobmann der Grünen im Landtag, Lambert Schönleitner. Diese Lösung könnte aus seiner Sicht lauten: Ja zum Kraftwerk, wenn im Gegenzug die restliche Mur wirksam vor weiterer Verbauung geschützt wird. Und wenn Gestaltungsvorschläge für die Kraftwerksumgebung umgesetzt werden.

Freilich stellt Schönleitner diesen „konstruktiven Ansatz“ unter Bedingungen: Erstens müsse darüber verhandelt werden, wobei für die Dauer der Gespräche die Bauarbeiten jedenfalls ruhen müssten. Zweitens stellt der Grünen-Chef klar, dass er nicht eine abgestimmte Parteilinie präsentiert: „Ich kann nur für mich persönlich sprechen: Wir sollten uns jetzt an einen Tisch setzen.“

Murkraftwerk: Gegner demonstrieren für einen Baustopp

Zwischen 1200 (Polizei) und 2000 (Rettet die Mur) Menschen demonstrierten heute, Freitag, wieder gegen das Murkraftwerk in Graz-Puntigam.

Jürgen Fuchs

Prominente Unterstützung kam aus Wien in Form von Bernd Lötsch, Uni-Professor und schon beim Kampf um Hainburg dabei.

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Die zentralen Forderungen der Demonstranten: ein Baustopp, eine Nachdenkpause und eine Volksbefragung.

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"Die Proteste werden nicht abreißen", heißt es seitens Rettet die Mur. Auch für die kommende Woche wurden wieder Protest-Aktionen angekündigt.

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Was man jetzt noch erreichen kann

Warum er die festgefahrene Front der Kraftwerks-Ablehnung aufweichen will, begründet Schönleitner so: „Ich habe Verständnis für die Protestmaßnahmen, aber es geht um einen realistischen Zugang, was man jetzt noch erreichen kann.“

Das Projekt sei bereits weit fortgeschritten: „Ein rechtlich durchsetzbarer Baustopp wird immer unwahrscheinlicher.“ Dies unterscheide die Mur-Proteste auch von früheren grünen Aktionen, die Großprojekte erfolgreich verhindern konnten.

Fehler auf beiden Seiten

Schönleitner sieht Anlass für Kritik an beiden Seiten: „Es war ein schwerer Fehler Nagls, wenige Stunden nach der Graz-Wahl den Auwald brachial niederzuräumen.“ Genauso sei es aber auch ein „strategischer Fehler“ der Kraftwerksgegner gewesen, den Konflikt nicht rechtzeitig zuzuspitzen: „Man hat die Unterschriften für die Volksbefragung lange verstauben lassen und keinen Druck damit erzeugt.“

Schönleitners Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund einer gewissen Entfremdung zwischen grüner Landesspitze und Teilen der Grazer Stadtpartei. Das Wahlergebnis in Graz war für den Klubchef enttäuschend: „Dass wir ausgerechnet auf Grazer Ebene unsere Kernkompetenzen und Werte nicht an die Menschen bringen, darf kein weiteres Mal passieren.“

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