Kartnig-Prozess: Stronach sagt am Dienstag aus
Frank Stronach sagt am Dienstag im Prozess aus, der gegen seinen Freund Hannes Kartnig geführt wird. Der Sturm-Prozess ist in der Schlussphase. Zugleich laufen Bemühungen, sich mit der Finanz bezüglich der Steuerschulden zu einigen.

Foto © HOFFMANNEx-Sturm-Präsident Hannes Kartnig. Das Urteil steht bevor
"Frank Stronach wird kommen", ist Richter Karl Buchgraber zuversichtlich. "Und zwar gleich am Dienstag um 9 Uhr." Der austro-kanadische Fußballmäzen wird dann definitiv sagen, ob er Sturm über seine Firma "SMI" im Jahr 2004 eine Million geschenkt hat oder dafür doch eine Gegenleistung - sechs Spieler - erwartet hat.
Im Dezember, als er verhindert war, schrieb er in einem Brief, er habe nicht auf das Geld verzichtet, er habe aber "aufgrund der schwierigen finanziellen Lage des österreichischen Fußballsports nicht unbedingt mit einer Rückführung der besagten Mittel gerechnet". Das wird "der Frank" noch genauer erklären müssen.
Für Hannes Kartnig ist das eine Art Doppelmühle: Entweder es war ein Millionengeschenk - und das ist ein Indiz, wie schlecht es dem Verein ging. Gerichtsgutachter Fritz Kleiner setzt die Zahlungsunfähigkeit bereits im Juni 2003 an. In Konkurs ging Sturm aber erst im Sommer 2005.
Oder Stronach wurde über die Zahlungsunfähigkeit getäuscht, ihm wurde eine Million herausgelockt - die im Konkurs angemeldet und nur zum Teil rückgeführt wurde. Ein bissiger Staatsanwalt wie Johannes Winklhofer könnte darin eine Betrugsabsicht sehen. "Des is jo ka Betrug, wenn i an ehrlich frog, ob er mir hülft!", sagte Kartnig auf die entsprechende Ankündigung des Staatsanwaltes. Den SMI-Vertrag haben übrigens auch weitere mitangeklagte Vorstandsmitglieder unterschrieben.
Kartnigs Anwälte Richard Soyer und Michael Pacher kämpfen wie die Löwen, um Kartnig von den mit empfindlichen Haftstrafen bedrohten Betrugsvorwürfen zu entlasten. Weder die manipulierten Eintrittskartenerlöse noch der Versuch, vom Land 2005 noch eine Haftung zu bekommen, noch die unbezahlten Lieferantenrechnungen seien ein Betrug. Man wird sehen, ob der Schöffensenat dem folgen kann.
Zugleich laufen im Hintergrund - offenbar in Wien - Bemühungen, sich mit der Finanz bezüglich der Steuerschulden zu einigen. Wenn diese Rechnung aufginge, könnte Hannes Kartnig nach fast einem Jahr Prozess mit rund 40 Verhandlungstagen relativ billig nach Hause gehen.
Wenn.
Am Dienstag (7. Februar) werden nach Stronach noch drei Ex-Manager der SMI aussagen, darunter Andreas Rudas. Danach kommt noch einmal der Gutachter. Am Mittwoch sind Verlesungen und Plädoyers geplant. Und am Donnerstag könnte es nach vielen Verzögerungen tatsächlich die Urteile gegen Hannes Kartnig, seinen Sportdirektor Heinz Schilcher, gegen den Ex-Klubsekretär und gegen fünf Vorstandsmitglieder geben.
Gerüchteweise ist aber noch von einem neuen "Batzen Beweisantrag" die Rede - diesmal nicht von Kartnig, sondern einem Mitangeklagten.
Wir sind in der Schlussphase, aber eine Verlängerung ist noch möglich.










