Stronach am Dienstag als Zeuge bei Kartnig-Prozess
Finale im Prozess: Frank Stronach hat für den Zeugenstand fix zugesagt. Es geht um jene Million Euro, die Sturm Graz vom Austro-Kanadier erhalten hat. Urteil wäre am Donnerstag möglich.

Foto © APADer Katrnig-Prozess könnte nun nach elf Monaten ins Finale gehen
Wieder scheint es, dass der Prozess um Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußball-Bundesligisten Sturm Graz nach elf Monaten ins Finale gehen könnte. Dem ehemaligen Präsidenten des Clubs wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie Steuerhinterziehung vorgeworfen. Für die kommende Woche wurden letzte Zeugen, darunter Frank Stronach, geladen.
Eine Woche vor dem erhofften Finale ist Richter Karl Buchgraber zuversichtlich. "Frank Stronach hat zugesagt, auch von den anderen Zeugen ist bis jetzt nicht bekannt, dass sie nicht kommen", erklärte er am Mittwoch auf APA-Anfrage. Stronach soll gefragt werden, ob die eine Million Euro, die er Kartnig 2004 für Sturm gegeben hat, ein Geschenk oder ein Darlehen war.
Zeugenbefragung am Dienstag
Geht alles planmäßig, dann sollte die Zeugenbefragung am Dienstag (7.2.) abgeschlossen sein, am Mittwoch könnten bereits die ersten Plädoyers stattfinden und am Donnerstag wäre ein Urteil möglich. Alles hänge natürlich davon ab, ob es noch Anträge von Verteidigung oder Staatsanwaltschaft gebe, die berücksichtigt werden müssten, so Buchgraber vorsichtig.
Seit 10. März vergangenen Jahres hat es knapp 40 Verhandlungstage gegeben, einige Male schien bereits ein Ende in Sicht, doch dann gab es doch wieder eine Nachspielzeit. Und zwar mehr als einmal, sodass diesmal das Ende eher verhalten angekündigt wird.
Schwarzeinnahmen
Zunächst war bei dem langen Prozess alles planmäßig verlaufen, die acht Angeklagten wurden befragt, der Aufmarsch der zahlreichen Zeugen begann pünktlich. Darunter waren frühere Spielergrößen wie Ivica Vastic, Roman Mählich, Hannes Reinmayr, Gilbert Prilasnig oder auch der derzeitige Sturm-Trainer Franco Foda. Dabei ging es immer mehr oder weniger um die selbe Frage: Wer hat wie viel Schwarzgeld bekommen oder wusste etwas von Schwarzeinnahmen?
Dass die Ex-Spieler zu ihren Zusatzeinkünften nicht allzu viel sagen wollten, war klar, fand die Befragung doch stets unter dem strengen Auge des Finanzamtes statt, wobei die von der Behörde gesandte Beamtin sich gerne und oft ins Geschehen einmischte. Andererseits machte auch niemand ein Hehl daraus, dass Zahlungen abseits des ausgehandelten Vertrages - auch in Form von Wohn- oder Autozuschüssen - im Profifußball absolut üblich seien.
Verzögerungen
Für das System mit den nicht verrechneten Eintrittskarten hatten sich Kartnig und der angeklagte Ex-Sekretär des Vereins gegenseitig die Verantwortung zugeschoben. Von Betrug wollte Kartnig nichts wissen, schuldig fühlte er sich nur der Steuerhinterziehung.
Zu den Verzögerungen kam es wegen Terminprobleme der Zeugen und ständig neuer Anträge der Kartnig-Anwälte Michael Pacher und Richard Soyer, die unter anderem einen Austausch von Staatsanwalt Johannes Winklhofer wegen Befangenheit verlangten. Es blieb aber alles, wie es war, und so wird es nach wie vor Winklhofer sein, der - vermutlich am Mittwoch - das Schlussplädoyer der Anklage halten wird.









