Schröck präsentiert "jüngste Liste" für Gemeinderatswahl
Totalumbau: Von den elf aktuellen SPÖ-Gemeinderäten finden sich auf der neuen Liste nur mehr vier an wählbarer Stelle. Parteichefin Schröck stellt "Vorzugsstimmenmodell light" vor.
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Klaus Eichberger - weg; Dagmar Krampl - weg; Karl-Heinz Herper - weg. Diese und vier weitere SPÖ-Gemeinderäte finden auf der neuen Liste von Parteichefin Martina Schröck keinen Platz mehr. Teils freiwillig, wie bei Herper; teils unfreiwillig, wie bei Eichberger und Krampl.
Schröck setzt auf eine Radikalkur. Mit neuen, unverbrauchten und unbekannten Gesichtern will sie die stark gebeutelten Grazer Sozialdemokraten wieder aufrichten. Der erste Neue auf der Liste ist Einzelunternehmer Werner Savernik auf Platz vier, gefolgt von der Landesbeamtin Alexandra Marak-Fischer.
Um die eigenen Leute zu motivieren, führt die SPÖ auch ein "Vorzugsstimmenmodell light" ein. Die letzten beiden Sitze im Gemeinderat, die die SPÖ erringt, gehen an die roten Vorzugsstimmenkaiser. Damit können auch Personen, die sich auf der Liste weit hinten befinden, nach vorne rutschen. Die rote Chefin orientiert sich damit an ÖVP und BZÖ, die beide bereits zur Wahl 2008 auf ein Vorzugsstimmenmodell setzten und es heuer teils in abgeänderter Form wieder tun.
Stadt soll Nachhilfe zahlen
Schröck präsentierte am Montag neben neuen Köpfen auch neue Ideen. Eine davon: Die Stadt soll 10.000 Nachhilfestunden für Schüler aus finanziell schwachen Familien zahlen, damit "alle einen positiven Pflichtschulabschluss schaffen". Berechnete Kosten: 360.000 Euro. Dazu will sie 500 Lehrstellen schaffen. Der Magistrat und die Holding beschäftigen über 6000 Menschen - und nur 43 Lehrlinge. Da könne man viel mehr für die Ausbildung junger Menschen tun.
Zweite Idee: Die Stadt stellt Einpersonen- und Kleinstunternehmern Mikrokredite zur Verfügung, entweder direkt oder per Bürgschaft bei einer Bank.
Mit diesem Mix aus neuen Köpfen und neuen Ideen will Schröck die SPÖ vom historischen Tief mit 19,7 Prozent wieder nach oben führen. Wie weit nach oben? Da gibt sich Schröck bescheiden. "Ich will ein Plus, also einen Zweier vorne."
Und: Schröck formulierte eine Koalitionsbedingung. Wer mit der SPÖ einen Regierungspakt schließen will, muss ihr das Ressort Arbeit und Soziales geben.
Die ersten 12 KandidatInnen auf der Liste der Grazer SPÖ:
| 1. | Martina Schröck (Soziologin) |
| 2. | Michael Grossmann (Selbstständiger) |
| 3. | Waltraud Haas-Wippel (Pflegedirektorin) |
| 4. | Werner Savernik (Selbständiger) |
| 5. | Alexandra Marak-Fischer (Landesbedienstete) |
| 6. | Andreas Martiner (Maschinenschlosser) |
| 7. | Susanne Bauer (Volkswirtin) |
| 8. | Gerald Haßler (Angestellter) |
| 9. | Petra Brenneis (Verwaltungsangestellte) |
| 10. | Manuel Oberreiter (Student) |
| 11. | Karin Sprachmann (Landesbedienstete) |
| 12. | Gernot Acko (ÖBB-Bediensteter) |


















