Schröck baut SPÖ-Klub total um
Hälfte der SP-Gemeinderäte muss gehen. Freiwillige Feuerwehr nur für "Kleineinsätze" gerüstet.
SP-Chefin Martina Schröck will den roten Gemeinderatsklub verjüngen nach dem Motto: jung, modern, urban. Gleichzeitig wird der Gemeinderat von 56 auf 48 Mitglieder verkleinert. Die Folge: Den Genossen steht ein unbequemer Totalumbau bevor.
Klubchef Karl-Heinz Herper hört nach 25 Jahren genauso auf wie Nuray Richter-Kanik und Gewerkschafter Wilhelm Kolar. Jugendsprecherin Edeltraud Meißlitzer wird wohl auch nicht erneut antreten ("Wäre niemandem böse."). Ein Fragezeichen steht hinter Klaus Eichberger, der keinen guten Draht zu Schröck haben soll. Eichberger sagt: "Ich wäre gerne dabei."
Und wie wird der neue Klub aussehen? Schröck steht als Nummer eins fest, Kulturstadtrat Michael Grossmann als Nummer zwei. Auf Platz drei folgt Frauenchefin Waltraud Haas-Wippel, die auch als heiße Kandidatin für die Herper-Nachfolge als Klubchef gilt. Anfang Oktober soll die Liste stehen.
Am Donnerstag steht die Freiwillige Feuerwehr wieder auf der Tagesordnung im Gemeinderat. Auf Initiative von BZÖ-Mann Georg Schröck wurde im Juli ein Bericht angefordert, der eine Kosten-Nutzen-Rechnung über die freiwillige Truppe enthalten soll und darlegt, wie man die Feuerwehr wieder auflösen könnte.
Der Bericht liegt nun vor - und wird den Verfassern der Magistratsdirektion zurückgeschmissen. "Die Kosten-Nutzen-Rechnung fehlt, ich sehe nur Willensbekundungen", ist SPÖ-Klubchef Karl-Heinz Herper sauer. Er lässt den Bericht zurückstellen.
Was dennoch herauskommt: Den "Großteil der Einsätze" der Freiwilligen Feuerwehr bilden die Brandsicherheitswachdienste, für die die ehrenamtlichen Mitglieder von Veranstaltern extra bezahlt werden. Und: Die Feuerwache in Kroisbach ist nur zwei Nächte pro Woche besetzt - und selbst dann nur für "Kleineinsätze".
Kommandant Andreas Rieger wehrt sich dagegen, ihre Dienste seien überflüssig. Er verweist vor allem auf die Bilanz der Unwetter im Juli. "15 bis 30 Kameraden waren für das Schlimmste gerüstet", so Rieger. Vom Kellerauspumpen über Sandsäckeschlichten bis hin zum Löschen eines durch Blitzschlag ausgelösten Trafobrandes in Mariatrost war alles dabei. Und: Der Kommandant verweist auf die Gesetzeslage: die Rückabwicklung einer Freiwilligen Feuerwehr sei nur bei einer freiwilligen Selbstauflösung möglich. Rieger: "Damit hat sich die Diskussion erübrigt."
Eine voreilige Ansage. Vor allem SPÖ, Grüne und BZÖ sehen weiter Diskussionsbedarf.















