Piratenpartei wählte Landesvorstand
In Graz hat am Samstag der erste Landesparteitag der steirischen Piratenpartei stattgefunden. Kleiner Eklat um Studiengebühren.

Foto © xpressLandesparteitag der steirischen Piratenpartei
Jetzt wissen Schwarz-Grün und weitere Polit-Konkurrenz, mit wem sie es bei der Piratenpartei zu tun bekommen: Auf dem ersten Landesparteitag hieven die Freibeuter Philip Pacanda (Innovationsberater), Siddhartha Tomarkin (Schauspieler in Ruhestand) und Franz Fuchs (Programmierer) in den Vorstand. Die Geschäftsführung der Fraktion - ihr Logo ist der steirische Panther, der eine Piratenflagge schwingt - haben Robert Galovic, Martin Wolf und Klaus Hagn über. Die junge Partei zu festigen, auszubauen und das Antreten bei der Graz-Wahl (im Jänner 2013) vorzubereiten, wird ihre Hauptaufgabe sein.
Wenngleich an den Inhalten noch gearbeitet wird, sind ein paar Positionen schon bezogen: So lehnen Pacanda und Mannschaft sowohl Bettel- als auch Alkoholverbot ab: "Damit bekämpft man nur Symptome." Die Millionen für das geplante Murkraftwerk würde man in Fotovoltaik-Projekte besser investiert sehen. Zur drohenden Zwei-Uhr-Sperrstunde im Uni-Viertel hat man sich etwas überlegt: statt Strafen eine Art Belohnung für anständige Gäste.
Vieles ist aber noch im Fluss, die Arbeitsgruppen tauschen sich online eifrig aus. Das erklärt die langen Gesichter mancher Piraten, als ihr mobiles Internet im Wahllokal nicht funktionieren will. Sonst verläuft der erste Parteitag recht reibungslos. "Die Leutesehen, wir sind keine Chaos-Truppe", so Rodrigo Jorquera vom Bundesvorstand. Die Wahl verfolgen 50 Mitstreiter vor Ort, unter ihnen auch Frauen. "Ich bin durch die Berliner Piraten auf die Partei aufmerksam geworden", schildert Angela Thaler. Manche Kollegen wollen nicht genannt werden: "Mein Chef ist Bürgermeister und ist kein Piratensympathisant."
Für einen kleinen Eklat sorgt Pirat "Fuxi" aus Bärnbach, der sein Programm mit dem Parteilogo versehen hat und verteilt. Eine Studiengebühr von 500 Euro (als zinsenfreies Darlehen) pro Semester ist aber nie und nimmer Piratenposition. Fuxis Programm wird einkassiert.
















