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Zuletzt aktualisiert: 06.11.2009 um 06:40 UhrKommentare

Studenten-Demo: 7.000 demonstrieren in Wien

Laut den Veranstaltern haben 20.000 Personen am "Aktionstag Freie Bildung für alle" teilgenommen. Am Vormittag war die Beteiligung schwach, die Veranstaltung kam nur langsam in Schwung.

Foto © APA

In Wien haben laut Polizei 7.000, laut Veranstaltern über 20.000 Demonstranten an der Schlusskundgebung zum bundesweiten Aktionstag für Bildung teilgenommen, zu dem die Besetzer des Audimax der Universität Wien aufgerufen hatten.

Zuvor waren in einem Sternmarsch von mehreren Unis tausende Studenten, Schüler, Lehrende, Vertreter der Wiener Grünen, der ÖH und linker Gruppierungen über den Gürtel zum Urban-Loritz-Platz gezogen.

Träger Demo-Beginn

Beim Hauptsammelpunkt vor der Uni Wien waren gegen 16.30 Uhr nur einige Hundert Studenten zusammengekommen. Sie wollen in Richtung Urban-Loritz-Platz am Gürtel ziehen. Dorthin sind in einem Sternmarsch auch Studenten von weiteren Wiener Unis unterwegs, um 18.00 Uhr soll dort die Schlusskundgebung stattfinden.

Angesichts der vorerst geringen Zahl an Demonstranten machte sich bei einigen Enttäuschung breit: "Es sind viel weniger als erwartet, ich glaube morgen ist die Besetzung vorbei", erklärte eine der an der Audimax-Besetzung beteiligten Studentinnen gegenüber der APA. Viele der Demonstranten trugen goldene Papier-Kronen der Schweizer "Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen". Vertreter der SP-nahen "Aktion Kritischer SchülerInnen" waren mit Schildern mit der Aufschrift "Ich lass mich nicht verarschen" unterwegs. Zu sehen war auch ein Demonstrant mit einem Gummi-Huhn an einem hölzernen Galgen.

Begonnen hatte der Tag mit einer Kundgebung von rund 60 Vertretern linker Schülergruppen vor dem Unterrichtsministerium, die sich dabei einer Überzahl von Journalisten und Polizisten gegenübersahen. Anschließend wollte die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) Bundeskanzler Werner Faymann (S) mit rund 50 Weckern am Ballhausplatz symbolisch aus seinem "bildungspolitischen Tiefschlaf" klingeln. Die für 11.00 Uhr angekündigte gemeinsame Kundgebung von Studenten und Schülern fiel mangels Teilnehmern überhaupt flach.

Dafür besetzte eine Gruppe von knapp 100 Theater-, Film-und Medienwissenschaftsstudenten kurzzeitig die Kantine im Unterrichts- und Wissenschaftsministerium, bevor es ihnen gelang, sich zu einem Sit-In vor dem Büro des abwesenden Wissenschaftsministers Johannes Hahn (V) zu versammeln. Mit "Lasst uns nicht verhungern"- oder "0,05 Quadratmeter pro Student"-Aufklebern wollten sie auf mangelnde Mittel und Räumlichkeiten aufmerksam machen, bevor sie nach einer Diskussion mit Hahns Kabinettschef wieder friedlich abzogen.

Blockade in Graz

In Graz blockierten Studierende der FH Joanneum die Hauptbrücke, indem rund 50 Personen auf Zupfiff zwei Minuten mit einem Buch in der Hand verharrten und so für Irritation sorgten. Außerdem wurde von der Fußgängerbrücke Edeggersteg unter wenig öffentlicher Anteilnahme ein Sarg in die Mur hinuntergelassen. Am Hauptplatz selbst "bettelten" Studenten für "neue Tafeltücher und -schwämme".

In Vorarlberg demonstrierten rund 250 Schüler, in Innsbruck versammelten sich am Vormittag rund 40 Personen vor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (Sowi) und zogen schwarz angezogen und mit einem Pappteller vor dem Gesicht durch die Innenstadt, um gegen die Uniformität, die Verschulung der Universitäten durch den Bologna-Prozess und die Zerstörung der individuellen Ausbildung zu protestieren. In Klagenfurt erläuterten Studierende, Professoren, Uni-Bedienstete sowie Angehörige der Uni-Leitung bei einem Infostand ihre Anliegen.

Angesichts der Proteste hat Bundespräsident Heinz Fischer dazu aufgerufen, "unverzüglich in einen ernsthaften, sachlichen Dialog ohne Vorbedingungen einzutreten und Lösungen für die Erfordernisse unserer Universitäts- und Bildungspolitik zu erarbeiten, die letzten Endes nicht nur die Universitäten, sondern den gesamten Bildungsbereich betreffen". Die Betriebsräte der Universitäten schlossen sich dem Protest der Studierenden an und sprachen der Bewegung "größte Anerkennung" aus.


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