SPÖ bestellte im Alleingang neue steirische Spitäler-Führung
Verärgerte ÖVP schaltet Rechnungshof ein und ortet "Besetzungswillkür und Drüberfahr-Politik".
Mit ihrer 5:4-Mehrheit in der Landesregierung hat die SPÖ die neue Führung in der Steirischen
Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) bestellt: Das Trio, das dem
bisherigen Zweier-Vorstand nachfolgt, lenkt seit 1. April für fünf
Jahre die Geschicke der 20 Häuser mit insgesamt 17.000 Bediensteten
lenken. Die ÖVP nahm zwar Abstand von einem Misstrauensantrag gegen
SPÖ-Gesundheitslandesrat Helmut Hirt, will aber nun den
Landesrechnungshof zur Überprüfung des Bestellvorgangs einschalten.
Sondersitzung.
Anfang März hatte es in der Causa eine Sondersitzung des
steirischen Landtags gegeben, die ÖVP wollte eine Neuausschreibung
durchbringen, scheiterte jedoch dabei an der Mehrheit von KPÖ und
SPÖ. Bei dem Bestellvorgang sei einiges passiert - etwa die
Vorauswahl für die Hearings -, was nicht dem Stellenbesetzungsgesetz
sowie einem einstimmigen Landtagsbeschluss entspreche, so
VP-Klubobmann Christopher Drexler. Jetzt wird Drexler den
Landesrechnungshof einschalten und eine rechtliche Expertise zum
Bestellvorgang einholen. Die "Besetzungswillkür und
Drüberfahr-Politik der SPÖ" habe schon im Herbst des Vorjahres mit
der Abberufung eines ÖVP-nahen Experten aus dem Aufsichtsrat begonnen
worden, so seine Kritik.
Vorstände.
Den Vorstandsvorsitz der KAGes hat Werner Leodolter (51)
übernommen, zum Finanzvorstand wurde Ernst Fartek (48) bestellt.
Beide gelten als SP-nahe. Die ärztliche Leitung übernahm
Kinderchirurg Michael Höllwarth (64).















