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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2008 um 11:32 Uhr

Grazer Projekt: Neue Insulinkontrolle soll Todesrate senken

System wird bereits in klinischen Studien getestet und soll Ende 2009 in den Routineeinsatz kommen und den Betrieb in Intensivstationen revolutionieren.

Ein System zur automatisierten Kontrolle und Therapie des Blutzuckerwertes von Intensivpatienten ist an der Medizinischen Universität Graz (MUG) im Verbund mit 13 europäischen Partnern entwickelt worden. Das System wird bereits in klinischen Studien getestet und soll Ende 2009 in den Routineeinsatz kommen und den Betrieb in Intensivstationen revolutionieren, hieß es am Montag in einer Aussendung der MUG.

Blutzuckerwerte. Durch Schock und Trauma kann es auch bei Nicht-Diabetikern zu erhöhten Blutzuckerwerten kommen. Zur Normalisierung der Werte wird Insulin eingesetzt. Wird die Überzuckerung jedoch nicht früh genug erkannt, kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Entsprechend personal- , zeit- und kostenintensiv ist daher die bisherige Betreuung der Intensivpatienten. Daher hat man sich von Graz aus in europäischer Kooperation bemüht, ein automatisches Überwachungs- und Behandlungsgerät zu entwickeln, das die Sterblichkeit von Intensivpatienten nahezu halbieren könnte. Zu den Kooperationspartnern aus acht Nationen zählen neben der Medizinischen und Technischen Uni in Graz u.a. die Katholische Universität in belgischen Leuven oder die Universität Cambridge.

Clinicip-System. Die Besonderheit des sogenannten Clinicip-Systems (Closed Loop Insulin Infusion for Critically Ill Patients) liegt an seinem "intelligenten" Algorithmus, der nach Messung des aktuellen Blutzuckerspiegels und anderer Stoffwechselparameter automatisch die optimale Insulinrate vorschlägt und gleichzeitig den Zeitpunkt für die nächste Blutglukosemessung bestimmt. "Ein in eine Systemlösung integrierter Kontrollalgorithmus, so wie es das Clinicip-Team entwickelt hat, wird den Arbeitsaufwand verringern und die Sicherheit und Effizienz bei der Insulintherapie erhöhen", erklärt Martin Ellmerer, wissenschaftlicher Koordinator des EU-Projekts von der MUG Graz.

Prototyp. Mit einem deutschen Medizintechnik-Unternehmen B.Braun wurde bereits ein Prototyp entwickelt, bis 2009 soll das Produkt weltweit in die klinische Routine eingeführt werden. Die MUG und die steirische Forschungsgesellschaft Joanneum Research bleiben auch nach Ende des EU-Projektes weiter an der Systementwicklung beteiligt.


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