Juckende Augen: Nicht immer ist es eine Pollenallergie
Grazer Augenexperte und sein Team entdeckte neue Erkrankungsform.

Foto © APANicht immer steckt eine Pollenallergie hinter herkömmlichen Pollenreaktionen
Mit geröteten, trockenen und juckenden Augen, Nasenreizungen und Niesen haben im Frühjahr viele Menschen zu kämpfen. Nicht immer steht eine Pollenallergie dahinter, weiß Otto Schmut von der Augenklinik an der Medizinischen Universität Graz (MUG). Sein Forscherteam hat herausgefunden, dass auch Nicht-Allergiker von den gleichen Pollenreaktionen betroffen sein können. Derzeit werde intensiv an neuen Therapiekonzepten geforscht, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der MUG.
Proteasen. Pollen enthalten bestimmte Eiweißstoffe, sogenannte Proteasen, die für die Befruchtung notwendig sind. Wenn diese Eiweißstoffe über die Pollen mit Tränenflüssigkeit und Nasenschleim in Kontakt gebracht werden, kommt es zu Entzündungs-Prozessen, da die Pollen Substanzen enthalten, die zerstörende Wirkung auf die Flüssigkeiten haben. Bei Menschen, die zu wenig "Gegensubstanzen" in der Tränenflüssigkeit und im Nasenschleim haben, kann es zu den mit Allergien vergleichbaren Reaktionen kommen, haben die Grazer Forscher herausgefunden. "In der Steiermark sind jedenfalls einige Tausend von den Pollenreaktionen betroffen", so Schmut.
Therapiekonzepte. "Besonders wichtig für Betroffene ist es, sich nicht fälschlicherweise gegen Allergien behandeln zu lassen. Die Ursache liegt ja ganz woanders", betonte der Grazer Experte und Leiter der Forschungsarbeit. Zur Zeit wird auch intensiv an neuen Therapiekonzepten geforscht: Es werde bereits an einigen vielversprechenden Ansätzen gearbeitet, bis Medikamente marktfähig sind, werden allerdings noch einige Jahre vergehen.
















