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Zuletzt aktualisiert: 27.02.2008 um 05:10 Uhr

Rotlicht: Zwölf Jahre auf der Flucht

Drogenfahnder stießen in Villach bei Schengen-Schwerpunktkontrolle auf Steirer. Der 44-Jährige soll den Straßenstrich in Oberitalien mit kontrolliert zu haben.

Die letzten zwölf Jahre lebte er als U-Boot in Italien. Die nächsten 17 Monate muss er hinter Gitter - allerdings in Graz. In der Villacher Innenstadt klickten für den Steirer Dienstag am späten Abend die Handschellen. Unterstützt von Ermittlern der Gruppe "Straßenkriminalität" im LKA und Beamten des Villacher Stadtpolizeikommandos stießen Drogenfahnder des Landeskriminalamtes bei einer Schengen-Schwerpunktkontrolle auf einem Parkplatz auf den Mann, der sich in Begleitung einer Freundin befand.

Versteckspiel. "Er hat sich mit einem gestohlenen Führerschein und einem Personalausweis ausgewiesen, auf dem das Bild mit dem tatsächlichen Aussehen des Kontrollierten nicht übereinstimmte", schildert ein Ermittler. Als der Steirer aufgefordert wurde, den zweiten Vornamen der Person, welcher der Personalausweis tatsächlich gehört, anzugeben, war Schluss mit dem Versteckspiel.

Untergetaucht. Der Steirer mischte Ende der 1980er Jahre im Grazer Rotlichtmilieu mit. Er wurde wegen internationalen Menschenhandels und Steuervergehens zu einer Haftstrafe verurteilt, die er auch bis zum letzten Tag absaß. Als der Oberste Gerichtshof schließlich eine Zusatzstrafe von 17 Monaten aussprach, gab der 44-jährige Fersengeld und tauchte 1996 unter. "Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit darauf herausfinden, wo sich der Verdächtige in den letzten zwölf Jahren aufgehalten hat", so ein Kriminalpolizist.

Schutzgelder. Eine erste Spur führt nach Italien - genauer nach Lignano. Vom Badeort aus soll der Verhaftete im oberitalienischen Straßenstrich mitgemischt haben. Dutzende Mädchen sollen für ein Schutzgeld von 2000 Euro pro Monat "angeschafft" haben. Es gibt auch Vermutungen, dass sich der steckbrieflich Gesuchte immer wieder zumindest kurzfristig in Kärnten und der Steiermark aufgehalten haben könnte. Ob "Geschäfte" liefen, ist noch völlig unklar.

PETER KIMESWENGER

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