Gleichbehandlung von Lehrlingen und Maturanten gefordert
Seit 1. Jänner 2008 ist die Lehrlingsmatura in der Steiermark nicht mehr kostenlos, sondern muss von den Betroffenen teilweise selbst gezahlt werden.
Einen "Treppenwitz der Geschichte" nannte die Junge Volkspartei (JVP) Steiermark die Halbierung der Landesförderung für die Berufsreifeprüfung für Lehrlinge. Seit 1. Jänner 2008 sei die Lehrlingsmatura nicht mehr kostenlos, sondern müsste von den Betroffenen teilweise selbst gezahlt werden. Die Initiative, die seit 2004 besteht, wäre gut angenommen worden, hätten sich doch 2007 rund 500 Lehrlinge angemeldet. Der SPÖ zufolge sei die Kürzung allerdings aufgrund eines einstimmigen Regierungsbeschlusses von SPÖ und ÖVP zustande gekommen.
Forciert. Zuerst wäre die Berufsreifeprüfung für Lehrlinge forciert und auch toll angenommen worden. Dass die Förderung dann gekürzt werde, sei "politischer Dilettantismus", so JVP-Chef und NAbg. Thomas Einwallner bei einer Pressekonferenz. Die JVP möchte nun öffentlich dieses Thema wieder öffentlich "schärfen". Man lasse auch eine Klage prüfen. "Lehrlinge sollten gleiche Karriere-Chancen wie Maturanten haben."
Lehrlinge. Bis 31. Dezember 2007 war die Prüfung für die Lehrlinge kostenlos, seit 1. Jänner 2008 würden nur mehr 50 Prozent vom Land gefördert. Die Berufsreifeprüfung koste zwischen 3.000 und 4.000 Euro pro Lehrling. Die Kürzung sei ein "Schritt zurück", so Einwallner. Im Jahr 2004 hätten sich in der Steiermark 227 Lehrlinge gemeldet, die die Prüfung ablegen wollten. Seit damals wären es gesamt 1.697 Lehrlinge gewesen. Vergangenes Jahr gab es 509 Anträge, für 2008 werde mit 600 Anträgen gerechnet.
Gesamtkosten. Rund 800.000 Euro würden die jährlichen Gesamtkosten laut JVP-Chef ausmachen. Soziallandesrat Kurt Flecker (S) hätte die Streichung - über die vergangenen Herbst im Landtag entschieden wurde - damit begründet, dass er Geldmangel im Ressort hätte, so Einwallner. Im Vergleich dazu werden aber den Fachhochschul-Studenten in der Steiermark die Studiengebühren in der Gesamthöhe von zwei Mio. Euro aus dem Ressort von Bildungslandesrätin Bettina Vollath (S) bezahlt. Einwallner: "Das ist ein Schlag ins Gesicht des Lehrlings, der sich weiterbilden will." Aus dem Büro von LHStv. Flecker hieß es allerdings, dass die Kürzung ein einstimmiger Beschluss von VP und SP in der Landesregierung gewesen sei.
Mindestentschädigung. Eine Forderung der JVP ist auch die Mindestentschädigung von rund 500 Euro für Lehrlinge. So verdienen Zahntechnikerlehrlinge rund 230 Euro, Lehrlinge am Bau rund 700 Euro. Auch die Ausbildungsverbunde sollen ausgeweitet werden. In Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg werde dieses System bereits erfolgreich praktiziert, so Pack. In der Steiermark wurde der Ausbildungsverbund Metall im Bezirk Voitsberg als Pilotprojekt zusammen mit acht Metallleitbetrieben mit Unterstützung des Landes umgesetzt.

















