Neuer Grazer Rektor Smolle will Forschungsbereich selbst steuern
Ausbau des "patientennahen Kleingruppenunterrichts". Das Vizerektorat steht frühestens im März fest.
Die Forschung liegt dem neuen Rektor der Medizinischen Universität Graz, Josef Smolle, so sehr am Herzen, dass er deren Agenden nicht in ein Vizerektorat auslagern, sondern selbst übernehmen wird. Der "patientennahe Kleingruppenunterricht" soll weiter ausgebaut werden und neue flexiblere Studienmöglichkeiten erarbeitet werden, schilderte der am Freitag neu eingesetzte Rektor.
Intensive Lehrtätigkeit.
An der Ausbildung zukünftiger Mediziner ist dem 49-jährigen Grazer Dermatologen schon in den vergangenen Jahren sehr gelegen gewesen, wie seine intensive Lehrtätigkeit sowie sein Engagement in der Gestaltung und Umsetzung des neuen medizinischen Curriculums für das Studium Humanmedizin an der Med-Uni Graz zeigen. Unter Smolle wurde seit 2003 auch der Virtuelle Medizinische Campus (VMC) aufgebaut - eine mehrfach ausgezeichnete eLearning-Plattform der Med-Uni Graz. "Es besteht keine Gefahr, dass jetzt alles virtuell wird, nur weil ich Rektor geworden bin", betonte Smolle.
"Patientennahen Kleingruppenunterricht" forcieren.
Dass ein ganzes Eingangssemester virtuell unterrichtet wird (wie vor drei Jahren) schloss er aus: "Das war eine einmalige Situation, weil wir damals einen sehr großen Ansturm an Studierenden abzufangen hatten". Man werde eLearning weiterhin einsetzen, "um das Lernen für die Studierenden zu erleichtern und nicht um deren Präsenz zu ersetzen", so der Rektor. Ganz im Gegenteil wolle er sich bemühen, den bisherigen "patientennahen Kleingruppenunterricht" noch stärker zu forcieren. Weiters fasse er "weitere flexiblere Studienmöglichkeiten" ins Auge, um dem zeitlichen Potenzial der Studierenden zu entsprechen.
Will Forschung selbst übernehmen.
Was die Vizerektorate - an deren Bestätigung durch den Universitätsrat sein kurzzeitig designierter Vorgänger Emil Reisinger gescheitert ist - angeht, so hielt sich Smolle noch bedeckt. Fest stehe für ihn jedoch, dass er die Agenden der Forschung selbst übernehmen will. Bis zur Bestellung der neuen Vizerektoren durch den ebenfalls neuen Universitätsrat bekleiden die bisherigen Vizerektoren weiter ihre Ämter.
Im Fach Dermatologie habilitiert.
Josef Smolle (geb. 1958) promovierte 1981 an der Universität Graz, war als Hautfacharzt und seit 1997 als Oberarzt am Universitätsklinikum tätig. Er habilitierte sich im Fach Dermatologie und Venerologie, ehe er 1997 als a.o. Professor an die Universität Graz kam. 2006 wurde der zum Universitätsprofessor für Neue Medien in der Medizinischen Wissensvermittlung und -verarbeitung am Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation berufen.

















