Miedl: "Ich werde mir Konsequenzen überlegen"
Stadtrat Werner Miedl über schiefe Optik und seinen möglichen Abgang aus der Stadtpolitik.
Herr Stadtrat, wo wohnen Sie wirklich - in Graz, wie es das Gesetz vorschreibt, oder in Seiersberg?
WERNER MIEDL: Tatsache ist, dass ich seit meiner Scheidung 1997 in der Wohnung Auf der Tändelwiese in Graz wohne. Zugegeben, ich war in letzter Zeit nicht mehr täglich dort, sondern habe vor allem die Wochenenden mit meiner Lebensgefährtin in Seiersberg verbracht. Aber die Formalkriterien, die es für das Amt eines Stadtrates braucht, habe ich klar erfüllt.
Aber in der Politik zählt auch die Optik und die ist in Ihrem Fall wahrlich nicht die beste.
MIEDL: Das ist mir bewusst. Aber ich bin mit den Beamten aufgestanden und mit den Künstlern schlafen gegangen. Also, wenn Nachbarn sagen, sie sehen mich dort nicht, wundert mich das nicht. Fakt ist, dass mein privater Postverkehr über die Wohnung läuft, meine Versicherungen und mein Auto ebenso.
Am Montag gibt es ein Gespräch mit Bürgermeister Nagl, der ja ein Verfahren zum Mandatsverlust gegen Sie einleitet. Was erwarten Sie sich davon?
MIEDL: Ich gehe offen in das Gespräch und höre mir an, was er zu sagen hat.
Bieten Sie ihren Rücktritt an?
MIEDL: Ich werde mir Konsequenzen überlegen.
Welcher Art?
MIEDL: Zum Beispiel, dass ich die Wohnsitzfrage aufs Neue klären muss.
Also als Konsequenz kein Rücktritt?
MIEDL: Ein Politiker, der nicht bereit ist zu gehen, sollte gar nicht erst kommen. Ob meine Zeit zu gehen gekommen ist, wird sich zeigen.
Es gibt auch Gerüchte, dass Ihr Auto vom Verein Wiki, dessen Steiermark-Obmann Sie sind und der gleichzeitig Aufträge aus Ihrem Schulressort erhält, finanziert wird.
MIEDL: Das ist ein Blödsinn. Es ist schon verwunderlich, dass gerade jetzt, da ich am Donnerstag den Verzichtsvertrag für das Gemeinderatsmandat unterschrieben habe. diese Fülle an Gerüchten über meine Person auftaucht. Ich kann Ihnen gerne die Rechnungen für die Leasingraten zeigen, die ich zahle. Auch für mein Benzin komme ich selbst auf.















