Mit dem Hang zur Natur
Architektur aus Holz hilft einer französischen Familie, in der Steiermark Wurzeln zu schlagen. Eine alte Scheune sorgt dabei für Kontraste.

Foto © Helge O. SommerModernes, geradliniges Holzhaus
Nach zehn Jahren in Frankreich war es für die Familie an der Zeit, nach Österreich, in die Heimat der Hausherrin, zurückzukehren. Dann ging es sozusagen Klick auf Klick. Graz sollte die neue Heimat werden. Ein Haus sollte es sein - schlicht, modern und unbedingt aus Holz. "Das war für uns wichtig", sagt die Hausherrin, die kurzerhand "Holz und Architektur" in Google eingab. Das erste Ergebnis hieß "holz.architekten". No na.
Ökologie. Das war im Frühjahr 2006. "Wir haben uns die Projekte des Architekturbüros angesehen, und die haben uns gleich zugesagt." Zumal die Häuser von Andreas Voit und Karin Magnes vom Planungsbüro "holz.architekten" auch bei der Dämmung mit Ökologie punkten können. Das Duo arbeitet mit einer feinen Mischung aus Holzspänen und Lehm, die wie eine natürliche Klimaanlage wirkt: "im Sommer wie im Winter", erklärt Voit. In Vorarlberg habe sich das System schon bestens bewährt.
Grundstückssuche. Das erste Telefonat zwischen Bauherren und Planern verlief erwartungsgemäß "wunderbar". Beim ersten Zusammentreffen wurde gleich festgelegt, welche Grundstückslage in Frage kam. Dann machten sich Voit und Magnes für ihre neuen Auftraggeber auf die Grundstückssuche.
Alt und Neu. Geworden ist es schließlich ein Hanggrundstück mit einer alten Scheune an der Grazer Peripherie. Sonnig, mit wunderbarem Blick auf die Koralm. Die ideale Spielwiese, um schnörkellosse, moderne Architektur mit der reizvollen Patina eines Altbestands zu verbinden. Alte Fichte kombiniert mit neuer Lärche. Dafür hatte die Bauherrenfamilie sofort etwas übrig. Schließlich tischlert der Hausherr hobbymäßig selber gern. "Unser Bett hat er aus den alten Holzbalken eines Gebäudes gemacht, das sie nebenan abgerissen haben", erzählt die Gattin.
Verspielt und geradlienig. Die alte Scheune blieb als Weinkeller und Atelier des Hausherrn erhalten und wurde mittels einer Diele mit dem neuen Haus verbunden. Die neue Eingangstür wurde effektvoll mit dem Scheunenholz verkleidet. Das alte Holz wurde auch beim Einbauschrank in der Diele imitiert. Bei den Möbeln wechseln sich alte, verspielte Teile (aus Frankreich) mit geradlinigen Einbauschränken ab. Bei den Böden dominiert Nussholzparkett. Für den offenen Koch- Ess und Wohnbereich im Erdgeschoss wurden zwar graue Fliesen gewählt, in der Sofaecke ist aber auch hier Nussholz in den Boden "eingelegt".
Traum aus Holz. "Das ist unser Traum aus Holz", ist die Bewohnerin ein halbes Jahr nach Bezug des Hauses begeistert. Ihr Lieblingsplatz? "Zum Lesen die Küchen-Theke", sagt sie. Oder doch lieber der Esstisch daneben? Die Couch ist auch nicht schlecht. Und im Sommer findet das Familienleben sowieso auf der Terrasse statt.
Features
Fotoserie
Fakten
Das Gebäude: 234 m2 Wohnfläche, 156 m2 Keller. Erdgeschoss: 70m2 offener Wohnraum mit Terrasse, ein Elternschlafzimmer mit Schrank- raum und Bad sowie ein Büro. Obergeschoss: Zwei Kinderzimmer mit Bädern und ein Gästezimmer.
Energie: Der Holzriegelbau mit Lärchenschalung und "Natur- dämmung" ist ein Niedrigenergiehaus mit Erdwärmeheizung.
Baukosten: 1800 Euro/m2 brutto.
Architekturbüro: holz.architekten, 8301 Laßnitzhöhe, Hauptstraße 56, Tel. (0 66 4)54 26 200















