Insolvente steirische AST Baugesellschaft auf Sparkurs
Betrieb wird "geordnet liquidiert" - Gesamtschließung vorerst abgewendet - "WirtschaftsBlatt"
Die steirische AST Baugesellschaft fährt nach der Insolvenz auf Sparbetrieb, eine Gesamtschließung wurde am Mittwoch durch einen "Minimalkonsens" mit einer finanzierenden Bank verhindert, berichtet das "WirtschaftsBlatt" (Freitagausgabe). Ein Großteil der 205 Arbeitsplätze ist aber verloren.
Liquidation. "Der Betrieb wird im Zuge einer geordneten Liquidation geschlossen", erklärte Insolvenzexperte Franz Blantz vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) in dem Bericht. "Der Betrieb wird einen Monat lang mit 59 Mitarbeitern, im zweiten Monat mit 40 Leuten fortgeführt und bis Juni auf 18 Mitarbeiter zurückgefahren." Es würden Baustellen nur mehr gesichert oder fertiggestellt.
Drei Millionen Euro. Für die Abwicklung des Sparkurses streckte die Bank rund drei Millionen Euro vor, bis Gelder vom Mutterkonzern "Wolff & Müller" aus Deutschland kommen würden. Dieser soll im Rahmen der Verlustabdeckungszusagen gegenüber den Banken einen Abschichtungsbetrag nach Österreich überweisen, der anschließend unter Banken und der Masse aufgeteilt werden soll. "Es besteht die Hoffnung, dass dieser Betrag im Laufe der nächsten Woche einlangt", so der AKV-Referent. "Zugleich wird versucht, die Auslandstöchter zu verwerten, da bei den Töchtern rund elf Millionen Euro in Form von Bankgarantien draußen sind." Zwei Beteiligungen sollten noch im Februar veräußert werden.
Traditionsreich. Das traditionsreiche Unternehmen wurde noch im 19. Jahrhundert von Eduard Ast in Wien unter dem Namen "Ed. Ast & Co., Ingenieure" gegründet. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Unternehmen für Betonbau, Betoneisenbau und Wasserkraftanlagen zu einer der führenden Baufirmen der Monarchie. Das Tätigkeitsfeld umfasste den gesamten Hoch- und Tiefbau. AST bot Komplettlösungen von der Konzeption bis zur Fertigstellung von Bauwerken und hatte Tochterfirmen in Polen, Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Ungarn und Rumänien.

















