Koalition: Voves verlangt mehr Härte gegenüber der ÖVP
Voves übt Kritik an der SPÖ unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer: "Regierungsamt darf nicht wichtiger sein als Glaubwürdigkeit bei den Wählern".

Foto © Erwin ScheriauVoves übt Kritik an Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
Der steirische Landeshauptmann Franz Voves übt
scharfe Kritik an dem Kurs der SPÖ unter Bundeskanzler Alfred
Gusenbauer. Wenn sich das Bild, das die SPÖ in der
Bundesregierung bietet, nicht ändere, "wird das zu einer Niederlage
2010 führen", sagte er im "Standard"-Interview (Donnerstag-Ausgabe).
Die SPÖ werde mit der ÖVP "da und dort keine Kompromisse mehr
eingehen dürfen" und müsse "ordentlich Flagge zeigen", denn "sonst
verlieren wir endgültig unsere Glaubwürdigkeit".
Härtere Gangart.
"Es darf dir ein Regierungsamt nicht wichtiger sein als die
Glaubwürdigkeit bei deiner Wählerschaft. Sonst verlierst du
hundertprozentig die nächste Wahl", ist Voves der wichtigste Punkt
seiner kritischen Anmerkungen. Er forderte eine neue, härtere Gangart
der SPÖ gegenüber der ÖVP etwa bei den Themen Steuerreform,
Gesundheits- und Pflegebereich: "Wenn wir uns hier nicht ganz klar
durchsetzen, wird es ein schlimmes Ende nehmen."
Voves nimmt Aussagen in Schutz.
Jüngste kritische Aussagen einiger SPÖ-Landespolitiker - wie Josef
Ackerl (OÖ) oder Kurt Flecker (Steiermark) - nimmt Voves in Schutz.
"Bitte denk darüber nach", empfiehlt er Gusenbauer. Denn "diese
Wortmeldungen sind richtig am Platz". Und: Es gehe nicht nur um die
Bundespartei, "es geht um die ganze SPÖ, und das ist jetzt nicht mehr
zu unterschätzen".
Erfolge in Teilbereichen.
Voves räumt zwar ein, dass in der Bundesregierung in Teilbereichen
Erfolge erreicht worden seien. Aber "es ist uns nicht gelungen,
kommunikativ darzustellen, dass etwa einiges in Richtung sozialer
Gerechtigkeit weitergegangen ist".















