Aus steirischem Holunder wird Kosmetiklinie
Joanneum Research entwickelte in Kooperation mit Thermen aus den dunkelvioletten Früchten Massageöl und eine Körperpackung.

Foto © www.pixelio.deAus der Hollunderfrucht werden Kosmetikprodukte hergestellt
Kernöl, Käferbohnen und Äpfel - in die Reihe der typisch steirischen Produkte aus der Landwirtschaft reiht sich auch der Holunder, dessen heilende Wirkung bereits im Mittelalter für Mythen sorgte. Die Grazer Forschungseinrichtung Joanneum Research und das Thermenland Steiermark haben in den vergangenen beiden Jahren aus einem Abfallprodukt der Holundersaftproduktion den "Styria Sambucus" - ein Massageöl und eine Körperpackung - entwickelt.
Holunder. Das Joanneum Research hatte von Beginn an das Bestreben, eine heimische Pflanze in ein regionales Gesundheitsprodukt zu verwandeln. Der Holunder zeigte bei den Forschungen die geeignetste Wirkung: Im Gegensatz zu bisherigen Produkten wird beim "Styria Sambucus" aber nicht die Holunderblüte, sondern die Frucht verwendet. Was früher nach der Saftproduktion weggeworfen wurde, nämlich der sogenannte Holundertrester, wird für die Kosmetiklinie getrocknet und mit steirischem Vulkangesteinsmehl vermengt. Mit Wasser angerührt, entsteht eine Körperpackung, die Altersprozesse der Haut entgegenwirkt.
Öl. Aus dem Trester des schwarzen Holunders, der den lateinischen Fachbegriff "Sambucus nigra" trägt, werden auch Samen gewonnen. Diese wiederum werden kalt zu einem grünlichen Öl gepresst, das laut Herbert Böchzelt vom Joanneum Research einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren enthalte, die sich optimal für die Pflege trockener Haut eigneten. Die enthaltenen Pheromone wirken ähnlich wie das körpereigene Cortison, also entzündungshemmend und beruhigend für die Haut. Neben den beiden bisher in Kooperation mit fünf steirischen Thermen entwickelten Kosmetika sollen in Zukunft auch Cremes und Lotionen folgen, hieß es seitens des Thermenlandes.
Standort. Mit der Entwicklung der Produktlinie soll der Standort Steiermark unterstützt und der Landwirtschaft eine Chance geboten werden. "Soft sciences - Forschung, die mit dem Leben zu tun hat und von der Menschen profitieren", nannte Geschäftsführer des Joanneum Research, Bernhard Pelzl, die Arbeit mit dem "Stria Sambucus". Bisher wurden die dunkelvioletten Früchte zur Saftproduktion verwendet und zu 90 Prozent nach Italien exportiert, um Farbstoffe für beispielsweise Lippenstifte herzustellen.















