Noch kein Job für Ferk in Sicht
Grazer SPÖ-Vizebürgermeister wird nicht in Stadtwerken aufgefangen.

Foto © ReutersWalte Ferk
Nach der desaströsen Niederlage vom Sonntag blieb dem Grazer Vizebürgermeister Walter Ferk nichts anderes übrig, als sofort den Rücktritt zu erklären. Seither rätselt halb Graz über die berufliche Zukunft des 51-jährigen SP-Chefs. Denn Ferk, ein gelernter Heimerzieher, hat außerhalb von Partei und Rathaus nur wenig berufliche Erfahrung.
Rückkehrrecht. Formal ist er zwar als Rathaus-Beamter abgesichert: Ferk begann 1983 als Sekretär der SP-Jugendstadträtin Richarda Kotal, sorgte jedoch bald für Rumoren, weil eigens für ihn die Stelle eines "Referenten für Sozialbauten" geschaffen wurde. Weitab vom Sozialamt logierte Ferk in einem Extrazimmer im Rathaus und war de facto ein "freigestellter Gemeinderat" zur besonderen Verwendung von Bürgermeister Alfred Stingl. 1998 rückte er in den Stadtsenat auf und genießt seither Sonderurlaub. Nun hat er zwar ein Rückkehrrecht, allerdings nur auf einen Posten der Dienstklasse B V. Statt der Vizebürgermeister-Gage von monatlich knapp 11.000 Euro wartet ein Gehalt von 3.000 Euro brutto.
Wohin mit Ferk? Allen gelernten Österreichern ist klar, dass sich Ferk mehr erwartet. Man werde seine "Erfahrung" sicher "berücksichtigen", heißt es in den politischen Rathaus-Kulissen. Die Frage ist nur: Wohin mit Ferk?
Stadtwerke-Posten. Kolportiert werden diverse Stadtwerke-Posten. Immerhin sollen die Jobs von GVB-Direktor Antony Scholz (62), Personalvorstand Felix Waldhauser (60) und Wasserwerke-Chef Helmut Nickl (62) heuer freiwerden, obwohl sich die Betroffenen teils massiv gegen die Pensionierung stemmen. Es geht hier durchwegs um 12.000-Euro-Jobs. Doch die ÖVP, der die Stadtwerke sowieso zu "rot" sind, signalisiert Widerstand. Die Landes-SP fahndet deshalb in der Arbeiterkammer und im eigenen Parteihaus nach Posten. Klappt das alles nicht, könnte Ferk im Rathaus Umweltkoordinator werden. Vorgänger Peter Weinmeister geht bald in Pension. Das Problem: Bisher war dieser Posten Akademikern vorbehalten. Also wird man halt "downgraden" müssen.

















