Graz-Wahl: Vorzugsstimmen mischten ÖVP-Liste auf
Acht Vorreihungen auf Mandatsplätze brachten die Vorzugsstimmen unter den ÖVP-Kanditaten und -Kanditatinnen. Nagl voran, im Match der künftigen Stadträtinnen Winter vor Rücker und Kahr.

Foto © APADie meisten Vorzugsstimmen erhielt Siegfried Nagl
Einige Veränderungen - insgesamt acht Vorrückungen
auf Mandatsplätze und damit ebenso viele Rückreihungen - haben die
Vorzugsstimmen unter den ÖVP-Kandidatinnen und Kandidaten für den
Grazer Gemeinderat gebracht. Stadtparteichef Bürgermeister Siegfried
Nagl hatte ja aus mobilisierungstaktischen Gründen ein verbindliches
Vorzugsstimmenmodell eingeführt. Ausgenommen war nur das
Regierungsteam, alle anderen mussten sich ihr Ticket mit
Vorzugsstimmen verdienen.
Auf der Strecke geblieben.
Auf der Strecke blieben durchaus profilierte Kommunalpolitiker,
u.a. die Gesundheits-, Finanz-, und Sozialsprecher des ÖVP-Klubs.
Auch Thomas Rajakovics, Sozialexperte und Pressesprecher von
Bürgermeister Nagl, fiel durch. Weil vier der acht Rückgereihten
Frauen sind, verschlechterte sich die Quote in der VP-Riege -
inklusive der vier voraussichtlich ebenfalls männlichen
Regierungsmitglieder - auf 23:4.
Verminderte Mandatszahl.
Bei den Sozialdemokraten, bei denen der Aufarbeitungsprozess der
schweren Niederlage erst begonnen hat, wird noch intern über
Personalia beraten: Neo-Parteivorsitzender Stadtrat Wolfgang Riedler
sagte am Donnerstag, er wolle sich ein Bild machen, "wie wir es
angehen wollen, schließlich kommt aufgrund der verminderten
Mandatszahl auf uns alle mehr Arbeit zu - eine schöne Aufgabe, aber
auch mit ordentlichen Belastungen verbunden". Hinsichtlich der Liste,
auf der sich viele Wunschkandidaten des zurückgetretenen
Spitzenkandidaten Walter Ferk finden, meinte Riedler, prinzipiell
ändere er nicht während des Spieles die Regeln.
658 Vorzugsstimmen.
Für den auf Listenplatz 34 gereihten Magistrats-Mitarbeiter
Soleiman Ali, den Präsident der Ägyptischen Vereine Österreichs, der
658 Vorzugsstimmen (viermal so viel wie Riedler mit 151) erzielen
konnte, werde man eine besondere Aufgabe finden. Jemand, der mit
solchem persönlichen Einsatz im Wahlkampf gestanden sei, sei für die
SPÖ besonders wichtig, sagte Riedler.
Wahlsieger Siegfried Nagl.
Mit Abstand die meisten Vorzugsstimmen konnte Wahlsieger Siegfried
Nagl (2.431) auf sich vereinen, sein geschlagener Herausforderer
Walter Ferk kam auf 798. In dieser Wertung vor ihren Konkurrentinnen
und künftigen Stadtsenatskolleginnen von Grünen und KPÖ rangiert
FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter (899) knapp vor Lisa Rücker
(880) und Elke Kahr (841).
BZÖ-Spitzenkandidat.
BZÖ-Spitzenkandidat Gerald Grosz, der ebenfalls ein
Vorzugsstimmenmodell a la ÖVP propagiert hatte, kam auf 386 Stimmen,
mit ihm dürfte demnach Georg Erwin Schröck in den Gemeinderat
einziehen.

















