Kind holte für gefesselte Mutter Hilfe
Über eine Stunde lang war eine Grazerin drei brutalen Verbrechern hilflos ausgeliefert. Dann wachte der vierjährige Sohn auf und holte den Nachbarn zu Hilfe.

Foto © Kleine Zeitung Digital/ScheriauIm Dauereinsatz: Brutale Raubüberfälle nehmen zu
Die 41-jährige Grazerin Petra F. steht unter Schock, muss vom Krieseninterventionsteam psychologisch betreut werden. Drei brutale Verbrecher haben ihr hart zugesetzt. Über eine Stunde lang wurde sie mit einer Pistole bedroht, musste sie zusehen, wie die maskierten Männer das Haus nach Waffen, Schmuck und Geld durchwühlten. Dann wurde sie mit Krawatten aus dem Kleiderschrank an einen Sessel gebunden. Wieder vergingen Stunden, ehe der vierjährige Sohn aufwachte und Hilfe holte.
Kellerfenster. Mittwochabend, gegen 22 Uhr, dürften zwei der Verbrecher durch ein Kellerfenster in das Haus der Familie in Graz-Mariatrost eingedrungen sein. Die Frau war mit Bügelarbeiten beschäftigt, als die mit Unterziehhauben maskierten und schwarz gekleideten Männer vor ihr standen, die Waffen im Anschlag. Einer erkundigte sich nach Waffen, Schmuck und dem Tresor. Als das Opfer erklärte, weder Waffen noch wertvollen Schmuck zu besitzen, machten sie sich selbst auf die Suche. Ein dritter Mann, den die anderen zwei durch die Balkontür in das Haus gelassen hatten, unterstütze die anderen zwei bei der Suche nach Beute. Sie mussten sich mit etwas Bargeld und einigen wenigen Schmuckstücken zufriedengeben.
Gefesselt. Bevor die Täter aber die Flucht ergriffen, fesselten sie ihr Opfer mit Krawatten aus dem Kleiderschrank an einen Sessel. Ein Täter steckte das Handy der Frau ein und versicherte ihr, damit jemanden zu verständigen, der ihr helfen würde. Zwei Stunden harrte sie aus. "Aus Rücksicht auf ihr Kind, wollte sie nicht schreien. Der Bub sollte nicht erschreckt werden", sagt Joachim Plissnig von der Raubgruppe des Landeskriminalamtes. Dann schleppte sie sich vorsichtig - immer noch an den Sessel gefesselt - ins Vorzimmer zum Telefon. Petra F. konnte den Hörer aber nicht erreichen.
Sohn. Inzwischen war aber Sohn Philipp aufgewacht. Die Mutter redete auf ihn ein, beruhigte ihn und schickte ihn zu einem Nachbarn, der im selben Gebäudekomplex wohnt. Minuten später kam der Mann mit den Buben zurück und befreite das Opfer. Erst danach - drei Stunden nach dem Überfall - erfuhr die Polizei davon. Die Täter waren längst verschwunden. Markant ist: "Die Täter sprachen Deutsch mit ausländischem Akzent. Untereinander unterhielten sie sich in einer südosteuropäischen Sprache", so Ermittler Wolfgang Ofner.
Features
Prävention
Fakten
Der Überfall weist Ähnlichkeiten mit zwei anderen Raubüberfällen auf. Am 8. Jänner wurde in einem Haus in Graz ein Ehepaar überfallen, gefesselt und beraubt, zwei Tage später ein Gastwirt in seinem Haus in St. Stefan ob Leoben.
















