Dramatischer Rückgang bei den Wählern
Die Wahlbeteiligung in Graz ist nach dem historischen Tief von 2003 nochmals deutlich gesunken. Nicht einmal 53 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur Urne.
Es war einer der niederschmetterndsten Aspekte des Wahltages in Graz. Die Wahlbeteiligung ist abermals gesunken. 52,63 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Schon 2003 wurde mut 58,37 Prozent ein historisches Tief erreicht. Auf Ursachenforschung begaben sich die Meinungsforscher von OGM. Demnach war für ein Drittel der Nichtwähler "Protest" der ausschlaggebende Grund, der Wahl fern zu bleiben. Jeder vierte Nichtwähler war laut eigener Angabe "persönlich verhindert". Knapp 30 Prozent gaben an, sich nicht für Politik zu interessieren. Unattraktive Kandidaten waren für zehn Prozent der Nichtwähler für ihr Fernbleiben ausschlaggebend.
OGM-Chef Wolfgang Bachmaier hatte gegenüber der Kleinen Zeitung bereits im Vorfeld der Wahl ein weiteres Sinken der Wahlbeteiligung prognostiziert. Viele Grazer hielten das für unwahrscheinlich. Umso größer war gestern die Enttäuschung. Ein "mäßiger Wählerzustrom" wurde schon um die Mittagszeit von vielen Wahllokalen vermeldet. Schon am frühen Nachmittag zeichnete sich dann im frühlingshaften Graz ein deutlich geringeres Wählerinteresse ab.
Der ÖVP kam zugute, dass die
Wählerschicht zwischen 30 und 50 Jahren überdurchschnittlich in die Wahllokale strömte. "Ein traditionelles ÖVP-Publikum", wie Politologe Peter Filzmaier festhielt. Umgekehrt haderte die SPÖ mit dem Umstand, dass die 50-Jährigen - unter denen traditionell mehr SPÖ-Wähler zu finden sind - den Urnen überdurchschnittlich stark fernblieben.
Auch geographisch lief vieles gegen Herausforderer Walter Ferk. Die an sich starken SPÖ-Bezirke im Westen von Graz verzeichneten eine schwache Wahlbeteiligung. Und das, während in ÖVP-Hochburgen wie Mariatrost, Waltendorf oder Andritz die Wahlbeteiligung bei jeweils über 60 Prozent lag. Auch die starken schwarzen Bezirke St. Peter und Ries waren klar über dem Durchschnitt.
Insgesamt wiesen sämtliche Bezirke eine klar rückläufige Wahlbeteiligung auf. In den Bezirken Gries, Lend und Jakomini blieb mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten der Wahl fern.
















