Wahlkampf kostet über neun Millionen
Tarnen und Täuschen ist das Motto der (Groß-)Parteien, wenn es um die wirklichen Wahlkampfkosten geht.
Walter Kogler, Wahlkampfleiter der SPÖ, beteuert: "Unser Wahlkampf kostet 800.000 Euro." Darüber kann Claudia Babel, die mit ihrer Agentur die VP-Wahlwerbung schmeißt, nur herzhaft lachen. Immerhin plakatiert die SPÖ ihren Spitzenkandidaten Walter Ferk seit April 2007. Insgesamt waren es vier Plakatserien, jede schätzt Babel auf mindestens 900.000 Euro. Dazu rechnet sie noch die Bezirkszeitungen, die Info-Stände und die Inserate in Tram und Medien. "Die haben sicher über vier Millionen Euro gebraucht", ist Babel überzeugt. "Da sind wir ja ein Sparefroh."
Inserate, Adventkalender und Co.
Wirklich? Offiziell hat Babel für die ÖVP 1,5 Millionen verbraucht. Schon wieder so eine Zahl, die anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Die grüne Wahlkampfleiterin Brigitte Schlick geht auch bei den Schwarzen von "mindestens vier Millionen Euro" aus. "Allein die achtseitigen Inseratenstrecken in Gratismedien zwei Mal pro Woche kosten ein Vermögen", so Schlick. Zu der breiten Palette an Wahlkampfgeschenken - 100.000 Adventkalender, Graz-Quiz, Eiskratzer und und und - kommen dann auch noch die vielen Plakatflächen seit Weihnachten dazu.
Grüne leben auf "schmalem Fuß".
Die beiden Volksparteien lassen sich den Kampf um den Bürgermeistersessel also einiges kosten. Im Vergleich dazu leben die restlichen Parteien auf schmalem Fuß. Die KPÖ, die ja ihren historischen Höchststand von fast 21 Prozent verteidigen will, hat lediglich 250.000 Euro budgetiert. Geworden sind es letztlich 280.000 Euro, wie KP-Chefin Elke Kahr eingesteht.
Auch die Grünen überschreiten nach eigenen Angaben die geplanten 150.000 Euro, aber nur "um ein paar Tausender". Die FPÖ kommt auf fast die doppelte Summe. "Es sind knapp 300.000 Euro geworden", so die blaue Frontfrau Susanne Winter.
Ähnlich hoch ist das Budget des BZÖ. Die auffälligen Besen machen sicher nicht den Löwenanteil aus, eher schon das eigens produzierte Parteiblatt, das wöchentlich vor allen Grazer Wohnungstüren gelegen ist.
Tarnen und Täuschen.
Alles in Allem hat der Grazer Wahlkampf den Schätzungen nach also über neun Millionen Euro gekostet. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil sich vor allem die Großparteien im Tarnen und Täuschen üben. Demokratie darf zwar etwas kosten, wie viel - das wollen sie den Wählern aber offenbar nicht zumuten.













