Neue Holzheizungen produzieren weniger und anderen Feinstaub
Eine Umrüstung von Altanlagen auf moderne Biomasse-Feuerunen würde bis zu zehn Mrd. Euro ausmachen. Bis 2020 könnte jedoch die Menge an produzierter Energie aus Biomasse in der EU verdreifacht werden.
Auf der zweiten Mitteleuropäischen Biomassekonferenz
in Graz sind am Freitag die ersten Ergebnisse einer Studie der
Technischen Universität Graz über "Feinstaubemissionen aus
Biomasse-Kleinfeuerungen" präsentiert worden. Sukkus der in
Kooperation mit österreichischen Kesselherstellern durchgeführten
Untersuchung: Moderne vollautomatische Biomasse-Kleinfeuerungen
emittieren chemisch anders zusammengesetzten Feinstaub, der "deutlich
weniger" gesundheitsgefährdendes Potenzial beinhalte, als Partikel
aus Altanlagen.
Neue Technoloien. Ingwald Obernberger vom Institut für Prozesstechnik an der TU Graz
wies darauf hin, dass Altanlagen auf Holzfeuerungsbasis mehr als 100
mg/MJ Feinstaub ausstoßen, während die Emissionen bei modernen
Pellets-, Hackgut- und Stückholzkesseln unter 13 bzw. 30 bzw. zehn
mg/MJ liegen würden. Das entspreche einer Reduktion von 70 bis 90
Prozent. Möglich sei dies durch neue Technologien, die einen "fast
vollständigen Ausbrand gewährleisten", so Obernberger. Unter
Altanalgen seien jene gemeint, die vor dem Jahr 2000 gebaut wurden -
rund 600.000 sollen in Österreich derzeit verwendet werden.
Altanlagen ersetzen. Würden alle Altanlagen in Österreich durch moderne
Biomasse-Feuerungen ersetzt, könnten rund 3.900 t an
Feinstaubemissionen pro Jahr eingespart werden, so der Experte. Den
Kesselbauern würde die Umrüstung geschätzte sechs bis zehn Mrd. Euro
an Umsatz bescheren, rechnete Heinz Kopetz, Präsident des
österreichischen Biomasseverbandes, vor.
Feinstaub-Emissionen. Die Untersuchungen hätten weiters gezeigt, dass die
Feinstaub-Emissionen aus den neuen Feuerungen zu mehr als 90 Prozent
aus anorganischen Salzen bestehen, während der Altanlagen-Ausstoß von
kohlenstoffhaltigen Partikeln dominiert werde. Die unterschiedliche
Zusammensetzung müsse bei der Beurteilung der Toxizität
berücksichtigt werden, meinte Obernberger. Dahingehende Studien
werden derzeit noch an der Universität und am Austrian Bioenergy
Centre durchgeführt.
20-prozentige Reduktion. Kopetz erklärte, dass die von der EU angestrebten neuen
Richtlinien - 20-prozentige Reduktion des CO2-Ausstoßes und
Steigerung des Anteils erneuerbarer Energie auf 20 Prozent - den
Rahmen für eine gesteigerte Nachfrage schaffe: Das Energiepotenzial
werde bei weitem nicht genutzt, bis 2020 könne die Menge an
produzierter Energie aus Biomasse in der EU verdreifacht werden,
prognostizierte Kopetz. Außerdem würden
Ökonomen anhand der hohen Ölpreise den neuerbaren Energien eine
zunehmende Wirtschaftlichkeit anerkennen.













