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Zuletzt aktualisiert: 18.01.2008 um 14:24 Uhr

Neue Holzheizungen produzieren weniger und anderen Feinstaub

Eine Umrüstung von Altanlagen auf moderne Biomasse-Feuerunen würde bis zu zehn Mrd. Euro ausmachen. Bis 2020 könnte jedoch die Menge an produzierter Energie aus Biomasse in der EU verdreifacht werden.

Auf der zweiten Mitteleuropäischen Biomassekonferenz in Graz sind am Freitag die ersten Ergebnisse einer Studie der Technischen Universität Graz über "Feinstaubemissionen aus Biomasse-Kleinfeuerungen" präsentiert worden. Sukkus der in Kooperation mit österreichischen Kesselherstellern durchgeführten Untersuchung: Moderne vollautomatische Biomasse-Kleinfeuerungen emittieren chemisch anders zusammengesetzten Feinstaub, der "deutlich weniger" gesundheitsgefährdendes Potenzial beinhalte, als Partikel aus Altanlagen.

Neue Technoloien. Ingwald Obernberger vom Institut für Prozesstechnik an der TU Graz wies darauf hin, dass Altanlagen auf Holzfeuerungsbasis mehr als 100 mg/MJ Feinstaub ausstoßen, während die Emissionen bei modernen Pellets-, Hackgut- und Stückholzkesseln unter 13 bzw. 30 bzw. zehn mg/MJ liegen würden. Das entspreche einer Reduktion von 70 bis 90 Prozent. Möglich sei dies durch neue Technologien, die einen "fast vollständigen Ausbrand gewährleisten", so Obernberger. Unter Altanalgen seien jene gemeint, die vor dem Jahr 2000 gebaut wurden - rund 600.000 sollen in Österreich derzeit verwendet werden.

Altanlagen ersetzen. Würden alle Altanlagen in Österreich durch moderne Biomasse-Feuerungen ersetzt, könnten rund 3.900 t an Feinstaubemissionen pro Jahr eingespart werden, so der Experte. Den Kesselbauern würde die Umrüstung geschätzte sechs bis zehn Mrd. Euro an Umsatz bescheren, rechnete Heinz Kopetz, Präsident des österreichischen Biomasseverbandes, vor.

Feinstaub-Emissionen. Die Untersuchungen hätten weiters gezeigt, dass die Feinstaub-Emissionen aus den neuen Feuerungen zu mehr als 90 Prozent aus anorganischen Salzen bestehen, während der Altanlagen-Ausstoß von kohlenstoffhaltigen Partikeln dominiert werde. Die unterschiedliche Zusammensetzung müsse bei der Beurteilung der Toxizität berücksichtigt werden, meinte Obernberger. Dahingehende Studien werden derzeit noch an der Universität und am Austrian Bioenergy Centre durchgeführt.

20-prozentige Reduktion. Kopetz erklärte, dass die von der EU angestrebten neuen Richtlinien - 20-prozentige Reduktion des CO2-Ausstoßes und Steigerung des Anteils erneuerbarer Energie auf 20 Prozent - den Rahmen für eine gesteigerte Nachfrage schaffe: Das Energiepotenzial werde bei weitem nicht genutzt, bis 2020 könne die Menge an produzierter Energie aus Biomasse in der EU verdreifacht werden, prognostizierte Kopetz. Außerdem würden Ökonomen anhand der hohen Ölpreise den neuerbaren Energien eine zunehmende Wirtschaftlichkeit anerkennen.


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