Rockender Pfarrer inspiriert Kreative
Die fünfte Veranstaltung der Reihe "Bildung bewegt" lud am 17. Jänner 2008 ins Medienzentrum Steiermark.

Foto © Landespressedienst
Was haben ein singender und Motorräder-segnender Pfarrer, ein Fruchtsafthersteller und ein Ökodorf gemeinsam? Warum lädt eine Grazer Beraterfirma nur Bewerber mit den Prädikaten "Nicht-raucher" und "Marathonläufer" zu Gesprächen ein? Nach einer kurzen Eröffnungsrede durch den Dekan der URBI-Fakultät der Universität Graz, Univ.-Prof. Dr. Werner Lenz, startete ein Team rund um Dr. Gerald Steiner vom Institut für Systemwissen-schaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung (ISIS) ein Feuerwerk an Beispielen unterschiedlicher Ausprägungen von "Kreativität" und "Innovation".
Essen und Trinken. In einem Kurzvideo wurde die Arbeitsweise am Institut dargestellt: "Wir bemühen uns um eine angenehme Atmosphäre in unseren Projekten. Menschen müssen sich wohl fühlen um gute Ideen haben zu können. Essen und Trinken gehören da elementar dazu, denn warum soll man deswegen einen Kreativprozess unterbrechen", erklärt Steiner die lockere Arbeitsweise in den studentischen Projektgruppen.
Arbeitsweise trägt Früchte. Und diese Arbeitsweise trägt Früchte: So begleiten Studierende des Instituts etwa das Projekt "Keimblatt Ökodorf" wissenschaftlich und gehen dabei den Fragen nach: Welchen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen hat eine Region durch die Gründung eines Ökodorfes? Welchen Einfluss gibt es auf regionale Ökosysteme, und kommt es zu einer Verbesserung der regionalen Infrastruktur, der Arbeitsplatzsituation und der Kaufkraft? Ronny Wytek, Projektkoordinator von "Keimblatt Öko-dorf" ist glücklich über die Zusammenarbeit, denn: "Eine solche Innovation hat in Österreich einen hohen Bedarf an Grundlagenarbeit."
Individuelle Businessplänte. Ein weiterer Bereich im Studium ist die Erstellung von innovativen Businessplänen. Am Beispiel einer "Obst- und Gemüsesaftvermarktung" zeigten die Studierenden gemeinsam mit dem umsetzenden Unternehmer Manfred Fauster wie man mit Naturprodukten erfolgreich ist. Aber auch visionäre Planungen stehen am Institut auf der Tagesordnung. So wurden konkrete Überlegungen für das "Wohnen und Arbeiten im Jahr 2020" angestellt. Ressourcenknappheit, Bevölkerungszuwachs und alternative Arbeitsformen mussten dabei berücksichtigt werden.
Kreativität. Eine andere Form der Kreativität lebt Pfarrer Franz Brei. Der umgängliche Geistliche stellt sich immer wieder die Frage: "Wie erreiche ich die Menschen? Wie inspiriere ich sie zum Glauben?" Und dabei scheut er auch vor für einen Pfarrer unüblichen Aktionen nicht zurück. So segnet er etwa Motorräder auf großen "Biker-Treffen", lässt sich von der Feuerwehr im Rahmen einer Übung aus der Pfarre ber-gen und abseilen oder nimmt mit lokalen Schlagergrößen eine Musik-CD auf. Dieser kreative Ansatz im Zugehen auf die Menschen brachte Pfarrer Brei den Titel "Rocker der Kirche" ein. Sein Auftreten und seine Arbeit zeigen jedoch Früchte: So stärkte der umtriebige Pfarrer mit einem Nachbau der Grotte von Lourdes in seiner Pfarrgemeinde auch den Tourismus.













