Kritik an Integrationsbemühungen der Stadt Graz
Die Integration ausländischer Mitbürger in Graz sei alles andere als eine Erfolgsgeschichte, kritisieren Sozialarbeiter. Es mangle an Ideen.

Foto © APADie Stadt Graz soll zu wenig Initiativen im Schulbereich setzen
Die Mohammed-Aussagen der FPÖ-Spitzenkandidatin zeigen wieder mal, dass bei uns ein Antidiskriminierungsgesetz fehlt", sagt Robert Reithofer vom interkulturellen Verein ISOP, der zahlreiche Integrationsprojekte durchführt. Islamische Migranten sehen sich massiv in ihren religiösen Gefühlen verletzt, so Reithofer. Das werfe insgesamt ein total schiefes Licht auf die ohnehin nicht sehr überzeugende Vorstellung der Stadt in Sachen Integration.
Bemühungen fehlen. Dem von Siegfried Nagl 2005 installierten Integrationsreferat unter der Leitung von Brigitte Köksal könne man das Bemühen nicht absprechen - im Gegensatz zur Stadtregierung selbst: Denn die Integration scheitere schon bei der Öffnung der Dienststellen des Magistrats. Es gebe schlicht keine Migranten, die im Magistrat beschäftigt seien. "Da passiert nichts. Die Stadtregierung konnte hier gar nicht scheitern, weil zum Scheitern müsste man sich bemühen", so Reithofer.
Kaum Initiativen. Köksal, deren Referat 218.000 Euro zur Verfügung hat, könnte mehr Geld gebrauchen, doch sie baue hauptsächlich auf die gute Zusammenarbeit mit den NGOs. Auch im Schulbereich habe die Stadt kaum Initiativen gesetzt, um Barrieren für Kinder mit Migrationshintergrund und sprachlichen Defiziten abzubauen.
Hohe Arbeitslosigkeit. Dabei haben von den 6921 Schülern in Graz 2445 einen nicht deutschsprachigen Hintergrund. "Da sind rund 35 Prozent der Schüler von einer ordentlichen Integration ausgeschlossen", kritisiert Reithofer. Damit produziere man die Arbeitslosen der Zukunft. Schon jetzt seien Migranten von doppelt so hoher Arbeitslosigkeit betroffen. Entscheidende Initiativen mit dem AMS vermisst Reithofer gleichermaßen wie Arbeitslosenprogramme.














