Das Duell um den Chefsessel
Die Kleine Zeitung stellte Siegfried Nagl (VP) und Walter Ferk (SP) eine Woche vor der Grazer Wahl auf den Prüfstand. Bürgermeister Nagl über seinen Plan B, Vize Ferk über seine erste Amtshandlung.

Foto © APAEr möchte sein Amt verteidigen: Bürgermeister Siegfried Nagl
In einer Woche fällt in Graz die Entscheidung. Kann Siegfried Nagl den Bürgermeistersessel für die ÖVP verteidigen? Oder gelingt es seinem bisherigen Vize und Herausforderer Walter Ferk, doch den Stadtthron für die SPÖ wieder zurückzugewinnen? Die Kleine Zeitung stellte beiden dieselben acht Fragen.
1.Soll die Partei mit den meisten Wählerstimmen auch den Grazer Bürgermeister stellen?
SIEGFRIED NAGL: Ja.
WALTER FERK: Vorerst sind die Wähler am Wort, dann geht es um die Postenverteilung. Im Prinzip soll der- oder diejenige Bürgermeister werden, der die nötigen Mehrheiten zur Durchsetzung eines konkreten Programms hinter sich vereinen kann.
2.Wie sieht Ihr beruflicher Plan B aus?
NAGL: Ich bin Unternehmer, aber mich würde es auch reizen, in Entwicklungszusammenarbeits- oder in Kinderprojekte einzusteigen.
FERK: Ich bin optimistisch, dass die Wahl erfolgreich verläuft. Daher mache ich mir noch keine Gedanken über einen Plan B.
3.Gesetzt den Fall, Sie erobern/verteidigen den Thron: Was wird Ihre erste Maßnahme sein?
NAGL: Die Frage ist mit Verlaub eigenartig. Ich throne nicht, sondern der Sessel des Bürgermeisters bedeutet Verantwortung, Fleiß und eine offene Tür für alle Grazerinnen und Grazer. Sollten diese mich wieder zum Bürgermeister wählen, werde ich mich als Erstes wieder mit allen, die Verantwortung übernehmen wollen, zusammensetzen, um das bestmögliche Programm für unsere Stadt zustande zu bringen.
FERK: Das wäre der sofortige Startschuss für die Offensive im öffentlichen Verkehr mit neuen Straßenbahnlinien nach Südwesten (Reininghaus, Webling) und Nordwesten (Gösting), der Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof und einer leistungsfähigen S-Bahn, die diesen Namen auch verdient.
Features
Siegfried Nagl
Siegfried Nagl löste 2003 nach einem klaren Wahlsieg Alt-Bürgermeister Alfred Stingl (SP) ab. Im Jahr 1999 folgte er dem glücklosen Helmut Strobl als Partei-Chef. Der 44-jährige Nagl war Finanzstadtrat, ehe er der VP den Bürgermeister sicherte.
Walter Ferk
Walter Ferk ist seit fünf Jahren Vize-Bürgermeister und Umweltreferent der Stadt Graz. Seit 2001 ist der 51-Jährige Chef der Grazer SPÖ. Er setzte sich damals parteiintern gegen Tatjana Kaltenbeck-Michl in einer Urabstimmung durch.















