Verkehrstote: Kein Minus, aber der Trend stimmt
Der Rückgang bei den Unfalltoten wurde im Vorjahr zwar gestoppt, auf lange Sicht steht die Steiermark aber gut da. Negativ: Mehr Alkohol- und Zweiradunfälle. Vorstoß des Landes für den Mopedführerschein.
Noch keine zwei Tage war das Jahr 2008 alt, da zählte man in der Steiermark schon den ersten Verkehrstoten dieses Jahres. Bei Pöllau kam am Mittwoch früh ein 39-jähriger Oststeirer mit seinem Auto von der Straße ab und krachte gegen einen Baum. Der Mann, der nicht angegurtet war, starb auf dem Weg ins Spital.
Bilanz. 113 Menschen waren es im Vorjahr, die auf den steirischen Straßen ihr Leben lassen mussten. Das ist um ein Todesopfer mehr als 2006, dem bisher besten Jahr in der steirischen Unfallstatistik. Damit steht diesmal zwar kein Minus in der Bilanz, dennoch sehen Experten und Verantwortliche in der Steiermark keinen Grund zur Besorgnis. "Bis zur Jahresmitte sah es ja noch ganz schlecht aus, daher ist es erfreulich, dass wir die Bilanz letztlich noch ausgleichen konnten", meint Dieter Krainz von der Landesstelle des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Und Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (VP) warnt vor einer zu kurzfristigen Beurteilung: "Man sieht, in Sachen Verkehrssicherheit gibt es keine schnellen Erfolge. Es ist aber schon deutlich erkennbar, dass unser Verkehrssicherheitsprogramm Wirkung zeigt."
Unfalltote. Tatsächlich wurde seit Start dieses Programms im September 2004 die Zahl der Unfalltoten in der Steiermark um ein Viertel gesenkt. Noch deutlicher zeigt sich der Rückgang seit 1999. Hier konnte die Steiermark nach den Berechnungen des VCÖ die Zahl der Verkehrstoten gar um 43 Prozent senken, sie liegt damit deutlich besser als der Österreich-Schnitt von 36 Prozent.
Alkohol im Fokus. Doch zurück zum Vorjahr. Noch fehlen die genauen Analysen, doch zeichnet sich ab, dass die Gesamtzahl der Unfälle und Verletzten im Vergleich zu 2006 leicht gestiegen ist. Und auch beim Alkohol am Steuer gibt es wenig Erfreuliches. Laut KfV-Statistik war bei 7,3 Prozent der Unfälle Alkohol im Spiel - 2006 lag der Anteil bei 6,5 Prozent. Auffällig war zudem die Häufung von Unfällen bei Bahnübergängen.
Alkohol. Deshalb soll Alkohol - neben Raserei - auch 2008 einen Schwerpunkt in der Unfallprävention darstellen, kündigt Edlinger-Ploder an. Doch auch bei Zweirädern will man den Hebel ansetzen. Hier habe der Bund die Zügeln in den letzten Jahren zu locker gelassen, bemängelt man im Landes-Verkehrsressort. Verkehrsminister Werner Faymann (SP) wurde daher ein Vorschlag für einen Mopedführerschein für 15-Jährige unterbreitet. Mit diesem sollen Jugendliche später günstig zum B-Schein kommen.
Features
Fakten
In Österreich gab es im Vorjahr bei 639 tödlichen Unfällen insgesamt 686 getötete Personen. Insgesamt gab es mehr Unfälle mit Personenschaden (4,9 Prozent bis Ende Oktober) und mehr Verletzte als 2006.

















