Im ersten Bezirk brodelt es SP-intern kräftig
Der SP-interne Streit treibt bunte Blüten.
Foto © GEPAAuch Aufregung um VP-Nagls Adventkalender
Geht die Wahl am 20. Jänner für den Bezirksrat in der Inneren Stadt ohne die SPÖ über die Bühne? Das könnte die Folge eines massiven SP-internen Streites sein, den sich das rote Urgestein Ingo Ferstl, 22 Jahre lang Bezirksrat, mit seinem designierten Nachfolger und Sektionsvorsitzenden Manfred Mohab liefert.
Am Wochenende beschlossen.
Der Streit treibt bunte Blüten: Mohab war bei einer öffentlichen Vorstellungsrunde der Kandidaten, die Ferstl mitorganisiert hat, nicht mit dabei. Dieser revanchiert sich und unterschreibt nicht für Mohabs Kanditatur, der deswegen bis zum 14. Dezember 70 Unterstützungserklärungen auftreiben muss. Ansonsten können die Roten in diesem Bezirk nicht kandidieren. Mohab bestätigt: "Das haben wir am Wochenende so beschlossen." Über die Gründe darüber will er nicht spekulieren. "Ich habe mit Ferstl nicht gesprochen", sagt er nur.
Unterschriften gesammelt.
Ferstl selbst verweist darauf, dass auch er immer Unterschriften gesammelt hat. "Ein guter Weg, sich beim Wähler vorzustellen", meint er. Aus seiner Abneigung gegen Mohab macht er keinen Hehl. "Mir persönlich wäre ein jüngerer Kandidat lieber gewesen. Ein 60-Jähriger ist nicht gerade ein Zeichen von Erneuerung." Ein Argument, das der angesprochene Mohab nicht gelten lässt. "Ich bin genau so alt wie Hillary Clinton." Und die wolle schließlich Präsidentin der USA werden.
BZÖ und FPÖ vertreten "Herrenmenschen".
Das BZÖ findet langsam doch Gefallen an der Einrichtung des Menschenrechtsbeirates. Bisher waren dessen Mitglieder für den orangen Spitzenkandidaten Gerald Grosz ja nur "selbstgerechte Meinungsterroristen". Nun wendet er sich selbst an den Beirat und zeigt KP-Chefin Elke Kahr an. Grund: der "Herrenmenschen"-Sager der Stadträtin in einer Aussendung und bei einer Diskussionsveranstaltung vergangener Woche. BZÖ und FPÖ vertreten in ihrer Politik nur "Herrenmenschen", hatte Kahr gesagt. "Damit beschimpft Kahr in skandalöser Weise unsere Wähler als Nazischergen", ärgert sich Grosz.
Kritik an Nagls Wahlkampfführung.
Auch die Grünen ärgern sich, allerdings über Bürgermeister Siegfried Nagl und seine Wahlkampfführung. Der Vorwurf, den Frontfrau Lisa Rücker erhebt: Die ÖVP lasse die zu Wahlwerbezwecken produzierten Adventkalender an Volksschulen verteilen. "Das ist ein klarer Rechtsbruch, wir fordern Konsequenzen seitens des Landesschulrates." Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics kontert: "Wir verteilen die Kalender nicht an, sondern vor Schulen. Und natürlich nicht an die Schüler, sondern an deren Eltern."














