Die Profi-Autoknacker kommen mit dem Laptop
So praktisch das Auf- und Zusperren der Autos per Funkschlüssel auch ist, es birgt seine Risiken: Technisch versierte Täter können das Signal per Laptop auffangen.
Sie hatten ahnungslos in der Therme Loipersdorf gebadet und den Diebstahl erst Stunden später, manche gar erst zu Hause, entdeckt: Unbekannte Täter hatten auf dem Parkplatz mittels Funksignal Autos "geknackt" und ausgeräumt. Laptops, Handys, Digitalkameras waren unbemerkt verschwunden.
Delikt. Ein Delikt, das in den letzten Jahren immer wieder in der Steiermark vorkommt, wenn auch nicht allzu häufig: "Bei uns gibt es in der Mehrheit noch wirkliche Einbrüche, bei denen Autofenster eingeschlagen oder Autotüren aufgebrochen werden", weiß Peter Farmer, Leiter des Ermittlungsbereichs (EB) Diebstahl im Landeskriminalamt.
Spezialität der Autoschieber. Doch auch "Infrarot-Einbrüche" kommen immer wieder vor. "Sie sind die Spezialität internationaler Banden, die meist gleich das ganze Auto stehlen. Herkömmliche Täter haben nicht das Gerät und das Know how dafür." Ein Wissen das für technisch Versierte allerdings nicht allzu schwer zu erwerben sein dürfte. "Alles, was in der Luft übertragen wird, kann auch abgefangen werden", betont Thomas Hofbauer, Leiter der technischen Schulung beim ÖAMTC Steiermark. Wobei der mittels Laptop abgefangene Code allerdings nur ein einziges Mal verwendet werden kann - und das passiert bereits beim Zu- bzw. Aufsperren durch den Fahrzeugbenützer. Den Code durch schlichtes Probieren zu erwischen ist faktisch unmöglich. "Das würde schon bei billigen Systemen 30 Jahre dauern." Gleich zwei Studien, die der ÖAMTC in Auftrag gegeben hat und die von der Akademie für Wissenschaften und einem Testgerätehersteller durchgeführt wurden, haben das gezeigt.
Funksignal. Was passiert also beim "Infrarot-Einbruch"? "Die Täter blockieren das Funksignal", erklärt Hofbauer. Das Fahrzeug bleibt offen und kann später dementsprechend leicht ausgeräumt oder gleich ganz gestohlen werden. "Autolenker sollen daher immer kontrollieren, ob ihr Fahrzeug auch wirklich versperrt ist" so Kriminalist Peter Farmer über den einzigen Schutz vor dieser Form des Autoknackens - außer der Benützung eines mechanischen Autoschlüssels.
Techniker. "Jeder Manipulationsversuch ist erkennbar", betont auch der ÖAMTC-Techniker. Es sei aber nicht immer die Schuld von Kriminellen, wenn sich das Auto einmal nicht durch Funksignal zusperren lässt. "Auch starke Funkrichtstrecken von Sendemasten können blockieren." Dann besser einmal um den Block fahren - und es neuerlich versuchen.

















