Orientierungsoffen mit Tiefgang: Party-Verein reüssiert in Graz
"RoSy" wird Vier und lädt am Samstag zur "Red Ribbon Night". Außerdem denkt das Gründer-Duo laut über eine Expansion nach.

Foto © www.rosy.at
"Everybody is welcome" lautet das Motto von "RoSy - Verein zur Förderung der Kommunikation zwischen Homo- und Heterosexuellen", der im Dezember in Graz sein vierjähriges Bestehen feiert. Am Samstag lädt er - anlässlich des Welt-Aids-Tages - zur "Red Ribbon Night" in die Grazer Postgarage. Ziel sei es, "Vorurteile abzubauen und Heteros zu zeigen, dass Homosexuelle auch Menschen sind", so Vereinsgründer und Organisator Robert Koschier über den österreichweit wohl einzigartigen Verein.
Nachbarhilfe. Die Idee zur Gründung seines Vereines kam dem 33-jährigen ehemaligen BWL-Studenten Koschier erstmals bei seiner Rückkehr aus New York, wo er ein Jahr lang die Lesben- und Schwulenszene der amerikanischen Großstadt kennengelernt hatte. Zurück in Graz habe es "nichts Gescheites zum Fortgehen" gegeben, wie er im APA-Gespräch erklärt. So gründete er gemeinsam mit seiner Nachbarin Sylvia Hintersonnleitner einen Verein: "RoSy", eine Wortkombination ihrer beider Vornamen. Die jeweilige Orientierung des Gründerduos ist quasi auch Programm: Koschier ist bekennender Homosexueller, Kompagnonin Hintersonnleitner ist "hetero".
Bunt gemischt. Am 19. Dezember 2003 luden die beiden erstmals in die Grazer Postgarage - rund 400 Gäste tanzten damals zu House-Musik. Mittlerweile sind die "RoSy"-Partys zu einem Fixpunkt in der steirischen Lesben- und Schwulenszene geworden. Immer öfter kommen auch Gäste aus Wien und anderen Bundesländern. Für die kommende "Red Ribbon Night" (1. Dezember, 22.00 Uhr) wurde daher erstmals ein Shuttlebus aus der Bundeshauptstadt organisiert. Rund 900 Besucher erwartet sich Koschier, wobei er mit einem "gemischtem" Publikum mit zumindest einem Drittel "Heteros" rechnet.
Motto-Partys. Die fünf bis sechs Veranstaltungen pro Jahr stehen immer unter einem anderem Motto, an dem sich auch Dekoration und Musik orientieren. Neben der Postgarage dienten das "Parkhouse" im Grazer Stadtpark sowie der Dom im Berg bereits als Location. Als Vorbild für seine Veranstaltungen diente ihm das "Limelight" in New York - eine alte Kirche, in der regelmäßig Partys auf mehreren "Floors" stattfinden.
Spenden. Auch wenn das Party-Feiern im Mittelpunkt steht, hat Koschier auch ein ernstes Anliegen: Die "Red Ribbon Night" findet am Welt-Aids-Tag statt und er will die Gelegenheit nutzen, um zum Nachdenken anzuregen, denn "vergessen ist ansteckend". Einen Teil des Erlöses will er zudem der Steirische Aidshilfe spenden. Indessen denkt der 33-Jährige über eine Expansion bzw. den Export seiner Partys nach.
















