Tod einer 13-Jährigen: Grazer Dealer ausgeforscht
Ende August verstarb ein Mädchen an einer Überdosis Medikamenten, die ihrer Schwester gehört hatten. Dabei kam man dem Verdächtigen auf die Spur.
Nach dem Tod einer 13-jährigen Grazerin im August ist ein mutmaßliches Drogendealer-Duo ausgeforscht worden. Dem 44-jährigen Haupttäter gelang zunächst die Flucht, im September wurde er geschnappt. Bei den Erhebungen stellte sich nun heraus, dass der Frühpensionist Abnehmerinnen zum Teil sexuell missbraucht und von diesen Übergriffen Videos gedreht hatte. Das Filmmaterial wurde sichergestellt.
Tod. Auf die Spur des Grazers war die Polizei im Sommer gekommen, nachdem eine 13-jährige Schülerin am 25. August tot in der Wohnung ihrer Eltern gefunden worden war. Als Ursache wurde eine Mischung aus psychotropen Substanzen und Alkohol ermittelt. Die Schwester des Mädchens hatte die Medikamente von einem 18-jährigen Grazer Zwischenhändler gekauft. Dieser wiederum führte die Beamten zum 44-jährigen Frühpensionisten und dessen 19-jährigen Komplizen.
Handel. Wie die Ermittler herausfanden, betrieb das Duo seit dem Jahr 2000 von ihrer Wohnung aus einen regen Handel mit suchtmittelhältigen Arzneien. Dabei haben sie vermutlich einen Reingewinn von rund 40.000 Euro erzielt. Während der 19-Jährige wenige Tage nach dem Tod der Schülerin gefasst werden konnte, gelang dem 44-Jährigen die Flucht. Im Zuge einer Hausdurchsuchung konnte belastendes Filmmaterial sichergestellt werden. Mit zwei Mädchen - beide 17 Jahre alt - fertigte der Dealer Videoaufnahmen als "Gegengeschäft" für Suchtmittel an.
Todesfälle. Unmittelbar nach dem Tod des Mädchens hatte ein 19-jähriger schwer süchtiger Hauptabnehmer des Frühpensionisten Selbstmord verübt - ein Zusammenhang der beiden Todesfälle besteht laut Polizei jedoch nicht. Der 44-Jährige wurde schließlich im September festgenommen und ist geständig. Er habe sich Arzneien, u.a. Vendal, Substitol und Valium, von seinem Hausarzt verschreiben lassen und diese dann an rund 40 Stammkunden verkauft - 15 von ihnen konnten bereits ausgeforscht werden. Die Deals fanden in der Wohnung des Grazers oder durch den 19-jährigen Komplizen am Hauptplatz statt, wobei nach 22.00 Uhr ein Nachtzuschlag verrechnet wurde.
















