Fahrerflucht passiert nur selten aus Kalkül
336 Unfalllenker suchten in der Steiermark im Vorjahr das Weite. Meist ist Alkohol im Spiel.
Alkohol war im Spiel, Fußgänger die Opfer, ein Mann lenkte das Auto - und es pas sierte in der Nacht. Für Verkehrsexperten ist jener Unfall, bei dem am Wochenende bei Fladnitz drei junge Burschen verletzt worden waren, das typische Beispiel für Fahrerflucht. Denn genau die genannten Umstände sind es, die einen Großteil der Fälle mit Fahrerflüchtigen begleiten.
Opfer. Jeder 20. Unfalllenker in Österreich lässt laut ÖAMTC sein Opfer im Stich. In der Steiermark wurden im Vorjahr 336 Unfälle mit Fahrerflucht gezählt - nur Wien und Oberösterreich hatten mehr. 2005 waren es noch 368 Unfälle gewesen, 2004 sogar 380, darunter drei tödliche. Doch was veranlasst jemanden dazu, sich durch das Verschwinden vom Unfallort strafbar zu machen? "Man ist die Unfallsituation nicht gewohnt, man will dem Unangenehmen aus dem Weg gehen", beschreibt Dieter Krainz vom Kuratorium für Verkehrssicherheit die Motive. Stress und Verdrängung spielen eine große Rolle, Kalkül eher eine kleinere.
Kalkül. Doch gerade betrunkene Lenker flüchten oft aus Angst um den Führerschein: Wenn man ihnen später vielleicht den Unfall nachweisen kann, die Alk- Spiegel ist bis dahin ja schon wieder weg. Bei Unfällen mit Sachschaden funktioniere die Verdrängung meist auch gut, so Krainz. Werden Personen verletzt oder gar getötet, meldet sich das Gewissen aber hartnäckig. Manche Fahrerflüchtige stellen sich deshalb auch nach einiger Zeit, immer öfter kommt ihnen aber die Polizei zuvor. Dank moderner Kriminaltechnik reichen schon kleine Lackspuren, um den Fahrzeugtyp bestimmen zu können. Der Rest ist harte Ermittlungsarbeit.














