Der "70er" soll bald von den Straßen verschwinden
Das Land beginnt mit der Ausforstung des Schilderwaldes. Ziel: Im Straßennetz gibt es bald nur noch Tempo 30, 50, 80 und 100.

Foto © APASteirischer Schilderwald soll ausgeforstet werden
Die jüngste Exkursion zum holländischen Verkehrspapst Hans Monderman hat beim steirischen Verkehrssicherheitsbeirat Eindruck hinterlassen. Früher als geplant wird auf dem Landesstraßennetz die Harmonisierung der Geschwindigkeiten vollzogen. 70er-Beschränkungen sollen bald komplett verschwinden, der 60er so gut wie.
Nur mehr Notwendiges bleibt.
"Im Grunde bleibt dann nur noch die 80er-Tafel übrig, und zwar dort, wo sie notwendig ist", erklärt Andreas Tropper, Leiter der Fachabteilung 18A. Denn das Ortsgebiet sei mit den Ortstafeln ohnehin ausgewiesen, außerhalb gilt grundsätzlich Tempo 100. Neben einer Reduktion von zehn Prozent der 250.000 Geschwindigkeitstafeln auf steirischen Landes- und Gemeindestraßen erwartet man eine Homogenisierung der Geschwindigkeit und damit Senkung der Unfallzahlen.
Erklärung.
Wie das gehen soll, erklärt Peter Felber vom Kuratorium für Verkehrssicherheit: "Autolenker, die von Nebenstraßen einbiegen, können so die Geschwindigkeiten besser einschätzen." Außerdem gebe es im Kolonnenverkehr durch konstantes Tempo weniger Auffahrunfälle. Wichtig ist Felber aber das klare Bekenntnis zu Tempo 50 im Ortsgebiet.
Ortstafeln verrücken.
Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (VP) denkt deshalb auch daran, Ortstafeln zu verrücken. "Sind die Tafeln zu weit weg vom Siedlungsgebiet, sieht der Autofahrer ja keinen Anlass, vom Gas zu gehen." Frei nach der Monderman'schen Schule müsse man den Lenkern mit optischen Signalen und Baumaßnahmen zu erkennen geben, dass er sich einzubremsen habe.
Widerstand.
Mit Widerstand von Bürgermeistern und Anrainern rechnet Edlinger-Ploder vor allem dort, wo die Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 80 km/h hinaufgesetzt wird. Dem will sie mit Argumenten und Fakten begegnen: Laufende Pilotprojekte auf fünf Straßenzügen (siehe Infokasten) werden in puncto Lenkerverhalten und Unfallzahlen derzeit analysiert.















