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Zuletzt aktualisiert: 21.10.2007 um 10:58 Uhr

Grazer Polizeianhaltezentrum: Endstation für abgewiesene Asylwerber

Insgesamz 86 Verwaltungsstrafen-Sünder, Schub- und Verwahrungshäftlinge finden hier Platz.

45 Bedienstete sorgen für reibungsfreien Ablauf

Foto © AP45 Bedienstete sorgen für reibungsfreien Ablauf

Von außen nicht einsehbar liegt das Polizeianhaltezentrum in Graz am Areal der Bundespolizeidirektion in der Paulustorgasse. Das Zentrum ist Endstation für abgewiesene Asylwerber, die auf ihre Abschiebung warten. Im Haus ist Platz für insgesamt 86 Bewohner, neben Schubhäftlingen sind auch Verwaltungsstrafen-Verbüßer, die eine Ersatzfreiheitsstrafe leisten, sowie maximal für 48 Stunden Verwahrungshäftlinge untergebracht.

Maximal zehn Monate. "Wir sind dazu da, die Häftlinge zu betreuen und zu versorgen", erklärte Kommandant Otmar Podlipnig bei einem Rundgang im Haus. "Wir sind eigentlich wie ein Hotelbetrieb - und darüber hinaus." Das Fremdenrecht sehe grundsätzlich eine Schubhaftdauer bis maximal zehn Monate vor: "Die Erfahrung zeigt aber, es wird so schnell wie möglich abgeschoben. Meistens dauert es nicht länger als sechs Monate", sagte Podlipnig gegenüber der APA. Wie lange Schubhäftlinge hier sind, sei "ganz verschieden".

Verpflegung. Neben der Verpflegung müsse auch für die medizinische Versorgung und die Möglichkeit der Religionsausübung gesorgt sein, so der Kommandant. Essen wird von der Justizanstalt Graz-Karlau geliefert: "Wir haben natürlich verschiedene Kostsorten: Normal-, Schon- und Diabetikerkost, fleischlose und die sogenannte 'rituelle Kost'", berichtete Podlipnig. "Zweimal in der Woche holen wir auch ein halbes Kilo Obst pro Häftling."

Recht auf Religionsausübung. Für die medizinische Versorgung ist der polizeiärztliche Dienst zuständig. Insassen hätten auch das Recht auf Religionsausübung: Dazu kommen Seelsorger in das Anhaltezentrum, z. B. Betreuung für Evangelisten, Zeugen Jehova und Muslime, so der Kommandant. Als Besuchszeit sind einmal 30 Minuten pro Woche vorgesehen: "In der Praxis sind es aber am Tag etwa zehn Minuten", meinte Podlipnig. Der Erfahrung nach sei es leider so, dass dann der Gesprächsstoff ausgehe. Wertkartentelefone sind in den Gängen aufgestellt; Handys sind hier nicht erlaubt.

70 Betten immer besetzt. Von den 86 Betten sind um die 70 immer besetzt: "Mehr geht meistens nicht, weil man Häftlinge nicht einfach zusammenlegen kann", erklärte Podlipnig. Bei der Belegung wird nach Geschlecht getrennt, nach Nationalität, nach Raucher und Nichtraucher. Um Ruhe im Haus zu bewahren, sagte Podlipnig. Oft finden sich Schubhäftlinge und Verwaltungsstrafen-Verbüßer derselben Nationalität am gleichen Stockwerk, nicht aber zusammen in den Zellen. "Im Vorjahr hatten wir rund 60 verschiedene Nationalitäten hier - das sind um die 40 verschiedenen Sprachen", berichtete der Kommandant. Zur Verständigung werden Dolmetscher geholt.


Fakten

Im Grazer Polizeianhalte-zentrum arbeiten 45 Bedienstete. 70 der 86 Betten sind immer besetzt.

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