Wahlweise hopp oder dropp
Graz-Wahl 2008: Die Kandidaten aller Parteien standen Rede und Antwort - jeder auf seine Art.

Foto © Kleine Zeitung DigitalDer Kampf um den Einzug ins Rathaus geht in die heiße Phase
Im Nachhinein sollte sich zeigen, dass die herzliche "Einladung zum Clubabend" eher für den zweiten Teil des Abends gemeint war. Denn nach Gemütlichkeit und Zigarren hat es gestern Abend eineinhalb Stunden lang nicht gerochen: Die Diskussion zur Graz-Wahl 2008 im Presseclub entpuppte sich als interessanter Schlagabtausch.
Zurücknehmen. So ließ VP-Bürgermeister Siegfried Nagl in zwei Punkten nichts an Offenheit vermissen: Sollte die VP nicht die meisten Stimmen erhalten, "werde ich nicht mehr Bürgermeister sein". Und zum anderen meinte er mit Blick auf die Vorgänge in der Landespartei, dass ihm dies "überhaupt nicht" gefalle. "Manchmal ist es wichtig, dass man in der Lage ist, sich zurückzunehmen." SP-Chef Walter Ferk hingegen wollte sich zu einem möglichen Rücktritt im Fall der Fälle nicht äußern. Er gehe ohnehin davon aus, dass die SP stimmenstärkste Partei werde. "Das ist unser Ziel".
Umfragen nicht kommentiert. Dass Letzteres bei den Grünen vor allem darin bestehen müsse, die Bekanntheit der Spitzenkandidatin zu erhöhen, ließ selbige nicht gelten: "Wenn ich durch die Stadt gehe, ist mir jede vierte Person bekannt und umgekehrt", betonte Lisa Rücker. Aktuelle Umfragen wollte KP-Chefin Elke Kahr wiederum nicht kommentieren. Sehr wohl aber das Vorgehen der Hausbesetzer in Graz: Sie könne sich mit den Anliegen grundsätzlich identifizieren. "Es fehlen Räume, wo sich Jugendliche ohne Konsumationszwang aufhalten können."
Postenschacher. Apropos fehlen: Für FP-Spitzenkandidatin Susanne Winter ist es unter anderem klar, dass Graz ein Bettelverbot brauche. Zu ihrem Wahlziel meinte sie: "Zehn Prozent plus." Gerald Grosz vom BZÖ schließlich schimpfte über "Postenschacher" und "geistige Zustände" im Grazer Rathaus. Und über den "Stillstand in den letzten fünf Jahren".

















