Matura-Reisen: Anbieter werden immer dreister
Durchorganisierte Maturareisen in All-Inclusive-Clubs boomen seit Jahren. Um die Schüler zu gewinnen, schalten sich Anbieter bereits in die Vorbereitungen für die Maturabälle ein. Experten warnen.

Foto © APATausende Maturanten feiern beim Summer Splash
Der lauschige Urlaub mit Freunden, der war vielleicht einmal. Das Feriendorf mit der einsamen Küstenlinie - klingt verlockend und ist doch nicht das Richtige. Die Gemütslage ist eine andere: Nach bestandener Matura will man's krachen lassen.
Geschäft. Kein Wunder, dass findige Reiseanbieter das Geschäft mit den Maturanten längst entdeckt und ihr Angebot auf die junge Klientel zugeschnitten haben. Seit Jahren mahnen Konsumentenschützer Schüler und Eltern zur Vorsicht, wenn es ans Unterzeichnen von Buchungsverträgen geht, nicht immer werden alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten.
Expertentipps
Maturanten. Um die Maturanten für die Reisen zu gewinnen, werden die Anbieter zudem immer offensiver: Viele schalten sich schon im Jahr vor der Reise ein, wenn es an die Vorbereitungen für die Maturabälle geht. "Den Schülern wird eine finanzielle Unterstützung für den Ball angeboten, wenn sie im Gegenzug eine Reise buchen", sagt Arbeiterkammer-Experte Peter Kieswetter. Nicht von vornherein verwerflich, die Erfahrung lehre aber, dass das böse Erwachen oft kurz vor Reiseantritt komme. "Solche Verträge sind in der Regel an eine Mindestteilnehmerzahl oder an Mindestkosten gebunden. In der Hektik vor dem Ball unterschreiben die Schüler leichtfertig, dann fahren doch nicht alle mit, und man hat ein Problem", so Kieswetter.
Matura-Reisen
Rat bei Eltern und Lehrern. Der Konsumentenschützer empfiehlt, sich vorher genau zu überlegen, ob man einen derartigen Vertrag unterzeichnen will, und abzusprechen, welche Verpflichtungen man damit eingeht. "Im Zweifelsfall sollte man Lehrer oder Eltern um Rat fragen." Dass bei manchen Reiseanbietern nicht alles mit rechten Dingen zugeht, bestätigt Angelika Pastner-Pirker, zertifizierte Sachverständige für Reisebüros. "Es gab schon Fälle, da hatten die Schüler am Vortag der Reise noch nicht einmal Unterlagen."
Schwierigkeiten. Um Schwierigkeiten vorzubeugen, sollte man vorab sichergehen, dass der jeweilige Reiseveranstalter überhaupt geprüft und zugelassen ist. Ist das der Fall, muss er auch eine Insolvenzversicherung haben, an der man sich als Kunde im Konkursfall schadlos halten kann. Ein Weg, den zur Zeit mehrere Grazer Schüler gehen, die ihre Maturareise beim inzwischen insolventen Veranstalter "Format Reisen" gebucht hatten.
Features
Wer haftet?
Die Buchung ist ein Vertrag zwischen Konsument und Reiseveranstalter. Das Reise-
Das Reisebüro muss die ordnungsgemäße Vermittlung garantieren und den Kunden über Bedingungen, Versiche-
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Reiseanbieter schalten sich schon vor Maturabällen einFoto © LR Christian Werner-Seehofer
















