Zu teure Software-Lizenz gefährdet die Matura
Wirbel an der Klusemannschule in Graz.
Bei allen rasanten Veränderungen rundum gibt es gewisse Gewissheiten heutzutage. Darunter die Tatsache, dass Software rasend schnell veraltet. Ein Umstand, der am Grazer Gymnasiums Klusemannstraße derzeit für große Aufregung sorgt. Denn den angehenden Maturanten einer Klasse kam vor kurzem die Software für Mathematik abhanden. Grund: Kein Geld für die Lizenz. "Wir haben aber in der Oberstufe nur mit dieser Software gelernt und können jetzt die Maturabeispiele nicht bewältigen", klagen die Schüler.
Klasse. Der Klasse wurde vor drei Jahren ein elektronisches Lehrbuch verpasst - klassischer Mathe-Unterricht war bei dem Pilotprojekt nicht mehr vorgesehen. "Mein Sohn beherrscht das jetzt auch nicht", empört sich ein Vater. "Jetzt werden gecrackte Versionen herumgereicht, und die Schüler müssen das schriftliche Arbeiten in dem Fach nachlernen". Bei einer Elternversammlung gingen die Wogen hoch. Der seit Jahren provisorische Leiter der Klusemannschule, Karl Tasch, sieht die Sache anders: "Für die ursprüngliche Version hätten wir 3600 Euro zahlen müssen. Jetzt haben wir eine Einzelplatzversion bekommen." Es stimme nicht, dass die Schüler keinen "normalen" Mathematikunterricht gehabt hätten.
Ministerium. Und die Idee überhaupt, sich von einer bestimmten Software abhängig zu machen? "Das Ministerium hat das approbiert", verteidigt Tasch die Entscheidung. Andere Klassen der Schule, die zuletzt wieder als Vorreiterschule für die neue Mittelschule aufgezeigt hat, werden auf eine Freeware-Version umgeschult. AHS-Landesschulinspektor Robert Hinteregger versprach dezidiert, die Angelegenheit im Sinne der Schüler zu klären. Eine Anmerkungen fügt er noch dazu: "Wir hätten ein echtes Problem, wenn sich herausstellt, dass die Schüler nur mit einer bestimmten Software arbeiten können."
















