Tram-Auftrag: Aufregung bei Siemens
Siemens kommt bei der Vergabe der neuen Grazer Straßenbahnzüge nicht zum Zug. Drohen negative Konsequenzen für den Standort Graz?

Foto © StanzerSchweizer Firma bekommt den Zuschlag
Die Vergabe von 45 neuen Straßenbahn-Garnituren in Graz ist seit Mittwoch auf Schiene. Wie berichtet lehnte der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) den Einspruch gegen die Vergabe durch die Mitbieter Siemens und Bombardier ab. Der 97,5-Millionen-Euro-Auftrag geht damit an die Schweizer Stadler-Gruppe. Im Vorfeld des UVS-Entscheids sorgte jedoch Franz Geiger, Vorstand von Siemens Österreich, für Aufregung. Er hatte negative Konsequenzen für den Siemens-Standort Graz angedeutet: "Das hat sicher mittelfristig in einem internationalen Standortwettbewerb, wo es einfach darum geht, wo werden Investitionen getätigt, in den Entscheidungen negative Konsequenzen", so Geiger.
Verzehnfacht.
Das sorgt wiederum für Verwunderung und Verunsicherung in Graz. Zumal sich der Standort mit seinen 800 Mitarbeitern als Weltkompetenzzentrum für Fahrwerke etablieren konnte. Seit 2002 hat sich allein das Forschungsbudget am Standort verzehnfacht. "Die Entwicklungs- und Fertigungsstandorte in Graz und Weiz stehen für weltweite Kompetenz in ihren Geschäftsfeldern", betonte unlängst auch Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer. Umso überraschender kamen daher für so manchen steirischen Siemens-Mitarbeiter die drastischen Worte Geigers.
Schließung.
"In einem internationalen Konzern ist es so, dass Investitionsentscheidungen immer auch nach der Performance des Standortes getroffen werden", sagte gestern Siemens-Sprecher Harald Stockbauer. Entscheidungen wie die im Zuge der Grazer Straßenbahn-Vergabe würden in die Gesamtbeurteilung eines Standortes mit einfließen. Die Frage nach einer Schließung "von heute auf morgen" stelle sich jedoch nicht, so Stockbauer. Bei einem Umsatz von 520 Millionen Euro beschäftigt Siemens in der Steiermark insgesamt über 2100 Mitarbeiter.















