Spitze Ellbogen sind jetzt gefragt
VP will Platz eins in Graz unbedingt halten.

Foto © APASiegfried Nagl
Es ist eine Anrede, auf die Siegfried Nagl großen Wert legt: Herr Bürgermeister. Und er will auch nach den Wahlen am 20. Jänner weiterhin so tituliert werden. Wie das die ÖVP am besten anstellt, darüber ist man sich parteiintern allerdings nicht ganz einig.
Nach außen gibt Nagl seit einigen Monaten den Stadtvater, der für alle da ist. Die gesamte Regierung - inklusive SPÖ und KPÖ - arbeitet unter seiner Führung super, lässt der VP-Chef inserieren. Ein Duell mit SP-Chef Walter Ferk passt daher nicht ins Bild, da legt er sich lieber gleich mit SP-Landeshauptmann Franz Voves an - praktisch die Väter unter sich.
Wahlplakate.
Nicht einmal Wahlplakate lässt die ÖVP bisher affichieren, es werden auch noch keine Themen offensiv besetzt. Einzig der Stadtvater Nagl macht sich selbst zum Thema. Ein Kunstgriff, der bereits vor fünf Jahren aufgegangenen ist. Damals kam die VP auf 36 Prozent und konnte erstmals den Bürgermeister in Graz erobern.
Rauferei.
Die eigenen Funktionäre müssen dieses Mal um ihr Ticket für den Gemeinderat gehörig raufen. 70 Kandidaten ziehen in einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf - wer mehr bekommt, zieht ins Rathaus ein. Ein Modell, das nicht jeder gutheißt, denn da geht es innerhalb der Partei wenig zimperlich zu, spitze Ellbogen sind gefragt.
Ruhiggestellt.
Einer, der die Ellbogen bereits wieder eingezogen hat, ist Kultur-Stadtrat Werner Miedl. Den ambitionierten Kritiker in den eigenen Reihen konnte Nagl vorerst ruhigstellen - Miedl wurde VP-Wahlkampfleiter.

















