Ärztekammer fordert Rückzug von Versorgungszentren-Entwurf
Steirische Vertretung warnte vor "Staatsmedizin" bei Einrichtung von "Ambulanten Versorgungszentren" und will Dialog.
Die steirische Ärztekammer hat am Dienstag vor dem im Zuge der Finanzausgleichsverhandlungen bekannt gewordenen Entwurf von "Ambulanten Versorgungszentren" (AVZ) gewarnt. "Wenn die AVZ wirklich kommen, dann kommt es zur Verstaatlichung der Versorgung außerhalb der Spitäler", so Präsident Wolfgang Routil bei einem Pressegespräch in Graz. Die Ärztevertretung forderte, dass das Konzept zurückgezogen und die Kammer und die Krankenkassen als Verhandlungspartner einbezogen werden.
Betreuung. Mit den AVZ werde "die persönliche medizinische Betreuung gekillt", so Routil. Das individuelle Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient würden sich nur noch Privilegierte mit einem Privatarzt leisten können, meinte "Vize" Wolfgang Florian. "Wir machen seit Jahren Vorschläge und dann plötzlich kommt ein neues Modell aus der Schublade des Ministeriums", kritisierte der Präsident. Vom Entwurf wisse man erst seit Ende vergangener Woche; wie er nun vorliege, müsse man ihn ablehnen.
Ärzte. Der Obmann der Niedergelassen Ärzte, Jörg Garzarolli, sah durch die AVZ die wohnortnahe ärztliche Versorgung gefährdet, da solche Zentren wohl nur in größeren Städten eingerichtet werden würden. Martin Wehrschütz, Obmann der Angestellten Ärzte, erklärte, AVZ würden viel Geld kosten, das für die medizinische Versorgung und die Forschung genützt werden könnte.

















