Mit Bus und Tram in die Grazer Wahlschlacht
Am 20. Jänner wird der Grazer Gemeinderat gewählt. Das Wettrennen der Parteien wird auch von Visionen zum Verkehr dominiert.

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Die Gemeinderatswahl 2003 wurde vom größten Fest auf Grazer Boden eingeläutet - der Eröffnung zum Kulturhauptstadtjahr. Fünf Jahre später, kurz vor dem nächsten Urnengang, ist die Stimmung nicht mehr so festlich. Der Uhrturmschatten ist abgebaut, der Marienlift vor der Abfahrt - geblieben sind jene Herausforderungen, von denen damals Feuerwerkskörper und Sektgläser abgelenkt haben.
Graz darf alles.
"Graz darf alles", hieß es 2003. Der Slogan gilt noch - leider. Denn heute darf's der tägliche Stau auf den Straßen sein, die Integration und ihre sichtbaren Schwächen in den Bezirken Lend und Gries, die offene Schere zwischen Halligalli und Sozialamt.
Dauerbrenner.
Ganz zu schweigen von Dauerbrennern wie "Bettler" und "Drogenkriminalität", die auch am 20. Jänner 2008 eine Rolle spielen werden. Denn an diesem Tag wird der Grazer Gemeinderat gewählt; über die fünf Jahre von Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) bilanziert; und über die Zukunft der Landeshauptstadt, auf die schon lange der Pleitegeier herabblickt, abgestimmt.
Höchstform.
Im Wahlkampf, der gerade zur Höchstform aufläuft, wird ein zentrales Thema das Wettrennen bestimmen: der (öffentliche) Verkehr. Vor allem SP-Chef Walter Ferk will mit Bus und Tram punkten. Sein Reißen am Steuer in Richtung Bürgermeistersessel kommt nicht von ungefähr: Umfragen der SPÖ ergaben, dass ihm die Grazer in puncto Verkehr am meisten zutrauen.
Wahlpleite aumerzen.
Somit will er dieses Thema als Vehikel nutzen, um die Wahlpleite von 2003 auszumerzen. Allerdings sitzt er auf einem Schleudersitz: Denn bei einem neuerlichen Scheitern könnte es dank innerparteilicher Kämpfe für Ferk heißen: Endstation!
Unter Druck.
Auch die VP, die sich mit Plakaten noch nobel zurückhält, will im Wahlkampf auf "Die grüne Stadt der kurzen Wege" setzen. Doch vorerst hat sie mit sich selbst genug zu tun: Bürgermeister Nagl steht unter Druck, sagen doch selbst VP-Umfragen ein Minus von vier Prozent voraus. Zudem sorgt der parteiinterne Lauf um die Listenplätze - 70 Kandidaten sind am Start, an der Ziellinie warten aber nur rund 20 Mandate - für Ellbogentechnik.
















