Radar: Noch nie wurde so viel abkassiert
Durch die digitalen Radargeräte haben sich die Einnahmen auf den steirischen Straßen verdoppelt. Blechen heißt es aber in erster Linie für einheimische Lenker, ausländische haben Schonzeit.

Foto © APATemposünder werden schonungslos geblitzt
Der Chef der steirischen Landesverkehrspolizei, Oberst Wolfgang Staudacher, bestätigt: "Die Radaranzeigen haben sich verdoppelt." Im ersten Halbjahr 2007 gab es 200.000 Radar-Anzeigen. 2006 waren es im selben Zeitraum nur rund 100.000. Die Tendenz ist weiter ansteigend.
Zunahme. Die Feinstaubverordnung war eine Ursache für diese Zunahme. Der Hauptgrund liegt aber bei den digitalen Radargeräten. In der Vergangenheit konnten maximal 200 Geschwindigkeitsübertretungen pro Gerät und Film dokumentiert werden. "Jetzt ist die Kapazität praktisch unbegrenzt", so Staudacher. Jeden Tag misst die Verkehrsabteilung auf den steirischen Straßen, werden Schnellfahrer zur Kasse gebeten. Staudacher: "Sechs bis sieben mobile Radargeräte sind ständig im Einsatz." Dazu kommen noch 18 stationäre Radarkästen.
Staatskasse. Die Staatskasse klingelt kräftig - und es sind hauptsächlich die einheimischen Verkehrssünder, die blechen. Ausländer haben Schonzeit. Obwohl es seit Frühjahr eine EU-Richtlinie für einheitliche Strafverfahren gibt, sind ausländische Lenker (ausgenommen jene aus der Schweiz und Deutschland) von Radaranzeigen nach wie vor nicht betroffen.
Zusammenarbeit. Besonders schwierig ist die Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden. Sie geben den österreichischen Kollegen nicht einmal Daten geblitzter Lenker bekannt, obwohl sie dazu verpflichtet wären. Bezirkshauptmann Manfred Walch, Leibnitz: "Wir fragen gar nicht mehr an, weil wir keine Antwort bekommen. Der Aufwand ist hoch, die Aussicht auf Erfolg gleich null." Im Klartext: Die Radaranzeigen ausländischer Lenker landen im Papierkorb. Hingegen geben unsere Behörden bereitwillig Auskunft über österreichische Fahrzeuglenker. Bernd Kloiber von der Fachabteilung 18 E der Landesregierung, kennt das Problem mit Italien nicht. Kloiber: "Ich werde mich aber darum kümmern."
Features
Strafverfolgung
Nur zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt es derzeit eine Vereinbarung über die grenzüberschreitende Verfolgung bei Verkehrsdelikten.
Eine gegenseitige Auskunftsplicht über Fahrzeuglenker besteht aber für alle europäischen Länder. Italien ignoriert sie.
Österreichische Verkehrssünder hingegen werden in Italien rigoros verfolgt .
















